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Einst hatte sich Zorneding um das vierte Gymnasium im Landkreis Ebersberg beworben – ohne Erfolg. Jetzt soll nach dem Willen der politischen Führung eine Berufsschule her. Die Grünen sehen noch zahlreiche ungeklärte Fragen.

Kritik an "Alleingang" des Bürgermeisters

Neue Berufsschule: Zornedinger Grüne spreizen sich ein

Zorneding – Hoch her gehen könnte es in der Gemeinderatssitzung am 27. Oktober in Zorneding. Auf der Tagesordnung steht das Thema „Zurverfügungsstellung von gemeindlichen Grundstücken für die Errichtung einer Berufsschule in Zorneding“. Die Grünen treten auf die Bremse.

Laut Beschlussvorschlag stellt die Gemeinde das Grundstück an der Eglhartinger Straße in Pöring für die Errichtung und den Betrieb einer Berufsschule für die Landkreise Ebersberg und München zur Verfügung. Bürgermeister Piet Mayr (CSU) soll außerdem ermächtigt werden, die entsprechenden Verhandlungen über die Übereignung und die Verkehrsanbindung zu führen. Wie die Fraktion der Grünen nun mitteilt, ist es bis zu dieser Sitzung also durchaus noch keine beschlossene Sache, dass der Gemeinderat die Zustimmung für den Bau einer Berufsschule erteilt. Zwar wurde in einer nichtöffentlichen Sitzung bereits mehrheitlich eine Ansiedlung der Berufsschule in Zorneding begrüßt und der Bürgermeister beauftragt, Verhandlungen mit dem Landkreis aufzunehmen. Allerdings sei Mayr bislang nicht durch den Gemeinderat legitimiert worden, sich offiziell für die Bildungseinrichtung zu bewerben.

Dies jedoch hörte sich kürzlich im Kreisausschuss ganz anders an (wir berichteten). Dort betonte Landrat Robert Niedergesäß (CSU), dass Abstimmungsgespräche mit Industrie- und Handelskammer, mit Kreishandwerkerschaft und Kultusministerium vorgesehen seien. Im kommenden Frühjahr soll es eine Probeeinschreibung geben, erste Vorklassen könnten bereits im Herbst 2018 in Feldkirchen (Landkreis München) starten, bis 2020/21 könnte dann die neue Schule in Pöring errichtet werden. Im Kreisausschuss wurde bereits über die fachliche Ausrichtung diskutiert.

Dies sorgt für Verwunderung bei den Grünen. Fraktionssprecher Helmut Obermaier wies darauf hin, dass es sich bei einer Berufsschule nicht um eine Einrichtung für Zornedinger Schüler, sondern um ein überregionales Projekt handle. „Eine Berufsschule mit 2000 Schülern löst nicht nur ein großes Verkehrsaufkommen seitens des Lehrkörpers aus, sondern auch seitens der Schüler. Viele sind motorisiert und fahren mit dem Pkw an“, gab er zu bedenken. Die Anbindung zur S-Bahn sei ungeklärt, die Grundstücke für einen Fußweg zum Bahnhof seien nicht in der Hand der Kommune. Der Verkehr zur Berufsschule würde durch reines Wohngebiet führen. Dabei sorge die Eglhartinger Straße sowieso schon seit Jahren für Diskussionsstoff aufgrund der Verkehrsbelastung.

Obermaier forderte, vor der Zustimmung zu einem Projekt dieser Größenordnung zunächst eine Machbarkeitsstudie mit Verkehrsgutachten und Verkehrskonzept zu erstellen. Außerdem bemängelte er, dass das Baugebiet keine Infrastruktur im Sinne von Läden habe, was bei einer Berufsschule mit Ganztagesbetrieb nicht ganz entbehrlich sei.

Susanne Edelmann

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