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Spezialitäten zum Abschied überreicht Pater Ionel Anghel (Mitte) an den scheidenden Mesner Dieter Rutkewicz. Dessen Nachfolger, Peta Jokic (links), ist stolz auf seine neue Aufgabe im Dienst der Pfarrei.

Abschied nach 13 Jahren

Neuer Mesner für Zorneding - Noch kein Nachfolger für Pater Ionel Anghel

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Zorneding – Ein Personalwechsel steht in der Zornedinger katholischen Kirchengemeinde bereits fest. Zum 31. Dezember ging Dieter Rutkewicz (65) als Mesner und Hausmeister in den Ruhestand. Im Vollzeitjob folgt ihm Petar Jokic (54) nach. Offen ist aber noch, wer künftig Pfarrer in Zorneding sein wird.

Pater Ionel Anghel wird jedenfalls Ende Februar die Pfarrei verlassen. Er wirbt um einen Geistlichen für die Gemeinde, die er jetzt vorübergehend betreut hat: „Hier ist ein schöner Ort, um zu leben und zu arbeiten. Das kann ich nach drei Monaten, die ich jetzt hier bin, auch sagen. Wenn ein Pfarrer das liest, dann soll er sich um diese Stelle bewerben“, warb Anghel gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Petar Jokic, geborener Kroate, verheiratet, ein Sohn, wohnt in Zorneding und freut sich auf seine neue Aufgabe als Mesner: „Ich bin sehr stolz darauf, für die Kirche arbeiten zu dürfen. Jeder weiß, was für uns Kroaten die Kirche bedeutet.“ Zuletzt war er im Großhandel in der Blumenbranche tätig.

Ein Team für 4300 Gläubige

Jokic und sein Vorgänger saßen vor dem Jahreswechsel zur Übergabe zusammen, mit Pfarrer Anghel. Rutkewicz erklärte seinem Nachfolger die Aufgabenbereiche, zu denen Hausmeistertätigkeiten für Kirche und Pfarrheim samt der Außenanlagen ebenso gehören wie der Kindergarten und der Martinstadl als Versammlungsstätte, die auch von externen Nutzern gebucht werden kann. Dazu kommt noch der Dienst in der Kirche selbst. „Das ist ein großes Aufgabenfeld“, sagt Anghel. Aber es gebe in der Gemeinde „sehr hilfsbereite Leute“, die Jokic den Einstieg erleichtern würden. Der Mesner habe auch sehr viel mit Menschen zu tun. Und bis hin zum Pfarrbüro mit dem Team, das für die Gemeinde mit ihren rund 4300 Gläubigen arbeite. „Diesen Teamgeist muss man pflegen.“

Zur Pfarrei gehören übrigens vier Kirchen, neben St. Martin in Zorneding auch St. Georg Pöring, St. Andreas Harthausen und St. Ottilie Möschenfeld. In Pöring, Harthausen und Möschenfeld gibt es jedoch eigene Mesner.

Rutkewicz war 13 Jahre lang im Dienst der Pfarrgemeinde

Rutkewicz hat die Aufgaben 13 Jahre lang erfüllt. Er kam damals aus Thüringen. Dort war er als ehemaliger Chemiefacharbeiter arbeitslos, sah keine Perspektive für sich und seine Frau. Dann bewarb er sich auf eine Mesnerstelle in Sauerlach. Er hatte eine direkte Beziehung zur katholischen Kirche, war Ministrant, wurde gefirmt. „Das ganze Programm.“ Als Mesner müsse man nicht nur handwerklich und organisatorisch tätig sein, sondern auch Ahnung von der Liturgie im Gottesdienst haben, erklärt er. Die Stelle in Sauerlach hätte er auch bekommen, hätte aber innerhalb von zwei Wochen anfangen müssen. „Das ging nicht so schnell.“ Der dortige Pfarrer versprach ihm aber, andere Stellenanzeigen aus der Kirchenzeitung zuzuschicken.

Unter diesen war dann auch die Stelle in Zorneding. Es folgte ein Vorstellungsgespräch beim damaligen Pfarrer Erhard Wachinger. Nach Absprache in der Kirchenverwaltung wurde Rutkewicz eingestellt. „Man braucht eine Aufgabe im Leben“, meint er. Nur rumsitzen mit Hartz IV, das sei nichts. Diese Aufgabe hatte er in Zorneding. Auch seine Frau fand eine Anstellung im Landschaftsbau. Rutkewitz erlebte mehrere Pfarrerwechsel. „Es waren bewegte Zeiten. Der Dienst war aber immer gut, egal bei welchem Pfarrer.“

Der Neue ist in Fußballer-Kreisen ein alter Bekannter

Bewegung ist auch ein gutes Stichwort für Jokic. Im Landkreis Ebersberg ist er nämlich auch sehr gut in Fußballkreisen bekannt, als Spieler und Spielertrainer. Alle Clubs, bei denen er an der Linie stand, hat er zur Meisterschaft geführt. Zuletzt war er in Rosenheim tätig. Nachdem er jetzt in Zorneding arbeitet, sucht er wieder einen Verein im Landkreis, bei dem er sich als Trainer engagieren kann. Aber ist das mit den Aufgaben eines Mesners und seinem Dienst am Sonntag überhaupt vereinbar? Jokic meint ja. Sonntag vormittags Kirche, nachmittags Fußballplatz. Pfarrer Anghel sieht noch eine weitere Fußball-Aufgabe: „Er kann auch gleich unsere Ministranten trainieren.“

Nach der Verabschiedung wird Dieter Rutkewicz in Zorneding blieben. Die Wohnung, in der er mit seiner Frau lebt, gehört der Kirche. Rutkewicz hat sich nun vorgenommen, zunächst einmal München, die näher Umgebung und das restliche Bayern kennenzulernen. Als er noch Mesner gewesen sei, habe er zu wenig Zeit dafür gehabt. „Wenn andere am Sonntag Ausflüge machten, hatte ich Dienst. Ich muss jetzt viel nachholen.“

Weggang von Pater Anghel: „Definitiv.“

Zorneding verlassen wird hingegen Pater Ionel Anghel. Er tritt im März seine neue Stelle im Pfarrverband Anger-Aufham-Piding im Berchtesgadener Land an. „Das ist definitiv“, sagt er dazu. Wer sein Nachfolger in Zorneding werde, das stehe noch nicht fest. Die Stelle sei ausgeschrieben. Anghel gibt sich zuversichtlich: „Wir sind hier in froher Erwartung, wie in der Adventszeit.“

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