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Die Pöringer Mannschaft vor ihrem neuen, hochmodernen Fahrzeug.

Neues Fahrzeug für Pöringer Feuerwehr 

Moderne Technik gegen Personalmangel

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Die Pöringer Feuerwehr hat ein neues Auto. Ein so genanntes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20. Hochmodern, mit allem Drum und Dran. Jetzt heißt es: Üben, üben, üben.

Pöring – „Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen“, freut sich Feuerwehr-Maschinist Thomas Schlung. Er steht an der geöffneten Heckklappe des neuen Einsatz-Fahrzeugs der Pöringer Wehr, bedient die Eingabefelder für die Pumpe an einem Computermonitor. „Wir müssen noch viel üben und lernen“, meint Schlung. „Aber mit dem neuen Fahrzeug einen Einsatz zu fahren, das traue ich mir jetzt schon zu.“

Über 30 Jahre ist das bisherige Einsatzfahrzeug, ein LF 16/12, bereits alt. Es hat gute Dienste geleistet, entspricht aber bei Weitem nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Rund drei Jahre wurde für das neue Auto geplant, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20, gebaut von der österreichischen Firma Rosenbauer. Das Unternehmen hatte die europaweite Ausschreibung gewonnen. Sogar eine indische Firma habe sich die Ausschreibungsunterlagen aus dem Internet heruntergeladen, erzählt Kommandant Christian Göbel. Ein Angebot hat sie aber nicht abgegeben.

Schon in der Planung waren viele Pöringer Feuerwehrler eingebunden. Auch Besuche beim Ausrüster in Österreich standen auf dem Programm. Nachdem das neue Fahrzeug vor rund drei Wochen Ende Oktober abgeholt worden war, ging es zunächst darum, zu lernen, was wo im Fahrzeug untergebracht ist. „Das Einzige, was an dem alen Fahrzeug gleich ist, ist die Farbe“, witzelt Kommandant Göbel. Für sechs kleineren Gruppen war rund eine Woche im Feuerwehrhaus jeden Tag „Gerätekunde“. Die Leitung hat der Kommandant selbst übernommen. „Schließlich habe ich mich in den vergangen Monaten ständig mit dem Thema beschäftigt.“

Unter anderem ging es um eine neue, ausklappbare Rettungsplattform, die für die Helfer einen sicheren Stand auf einer erhöhten Position ermöglicht. Eingesetzt wird die Plattform beispielsweise, um bei einem Unfall einen Lkw-Fahrer aus seiner Kabine zu befreien. Oder wenn man bei einem Einsatz durch ein Fenster in eine Wohnung muss. Die Plattform hat noch eine weitere Funktion. Sie kann nämlich mit einem Radsatz umgebaut und dann auf Bahngleisen gerollt werden. „Mit den Lärmschutzwänden auf beiden Seiten der Gleise war der Transport von Hilfsgerät bisher schwierig“, erklärt Göbel. Auch Verletzte könnten mit der Plattform schonend bewegt werden.

Inzwischen sind die Feuerwehrler auf der Straße, diesmal im Gewerbegebiet Pöring. Jetzt werden nämlich Einsatz-Szenarien mit dem neuen Fahrzeug in der Praxis geübt. Fast jeden Tag, nach Feierabend, wenn es bereits dunkel ist. Eine gute Gelegenheit, gleich die neue Beleuchtung auszuprobieren. Alles moderne LED-Technik inklusive des ausfahrbaren Lichtmastes auf dem Dach des Fahrzeugs. Und damit ist auch genau zu sehen, wie die Floriansjünger Schläuche ausrollen, um die Bekämpfung eines Brandes zu simulieren.

„Da ist viel mehr Elektronik drin“, erzählt Maschinist Schlung und schaut auf den Computerbildschirm seiner Pumpensteuerung. Das Plus an Technik hat seine Vorteile. Er muss nicht während des gesamten Einsatzes an der Pumpe stehen und diese überwachen. Der Computer macht Vieles auch ohne ihn. Dann kann sich Schlung um andere Aufgaben kümmern, beispielsweise die komplette Atemschutz-Überwachung. Die entsprechenden Kräfte melden sich dann im Einsatz bei ihm ab. Er weiß, wer in ein Gebäude gegangen ist, hält über Funk Kontakt. Und er kann eingreifen, wenn er sieht, dass der Luftvorrat bei einem der Kameraden zur Neige geht.

„Mit der neuen Technik können wir effektiver arbeiten, weil die Kameraden im Vergleich zu früher mehr Aufgaben parallel übernehmen können“, sagt Kommandant Göbel. „Geschult werden sie sowieso für alles. Es gilt der Grundsatz: Eigentlich muss jeder alles können.“ Damit sei es auch möglich, dem Personalmangel in den Wehren zu begegnen. „Die Leute arbeiten nicht mehr vor Ort, sondern pendeln beispielsweise nach München. Wenn wir dann tagsüber einen Einsatz haben, fehlt mir Personal. Da hilft die moderne Technik.“

Derweil läuft die Übung bei gutem Licht. Das neue Fahrzeug hat einen eigenen Wassertank mit 2000 Litern. Die Feuerwehrler könne den Tank bereits kurz nach der Ankunft bei einem Brand nutzen, während andere Kameraden die Leitungen zum Hydranten aufbauen. Zudem hat das Auto 200 Liter Löschschaum im Tank. Die Pumpe leistet 3000 Liter pro Minute , für die Verteiler an der Pumpe und den Werfer auf dem Dach.

DieVorbereitung wird noch einige Tage weiter gehen. Am Montag, 27. November, wird das neue Fahrzeug dann offiziell in Dienst gestellt und bei der Rettungsstelle angemeldet.

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