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Die Siedlung am Daxenberg in Zorneding ist in den 1970er-Jahren entstanden. Hier stehen Einfamilienhäuser und Wohnblocks. 

Ökologisches Energiekonzept

Neuer Anlauf für den Daxenberg

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Nächster Anlauf für ein ökologisches Energiekonzept an der Siedlung Daxenberg in Zorneding. Die Bürger-Energiegenossenschaft 3E ist derzeit damit beschäftigt, einen neuen Lösungsansatz zu entwickeln.

Zorneding –  Der Lösungsansatz soll Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres vorgestellt werden. „Wir gehen davon aus, dass es ein wirtschaftliches System wird“, so 3E-Vorsitzender Peter Fleckner gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Hintergrund: Ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende sollte es sein, die gemeinsame Versorgung für die rund 3000 Bewohner der in den 1970er Jahren entstandenen Großsiedlung im Osten von Zorneding. Unter anderem war ein Blockheizkraftwerk im Gespräch. In dem Viertel gibt es sowohl Wohnblocks als auch Reihen- und Einfamilienhäuser. Für eine Studie wurden alle Gebäude am Daxenberg erfasst. Mehrere Varianten für ein „Quartierkonzept“ wurden erstellt. Diese reichten von Lösungen für die öffentlichen Gebäude um Schule und Rathaus über die Versorgung im kleineren Umfang bis zu einem Konzept für die gesamte Siedlung. Die große Lösung, die unter anderem auch eine mögliche Solaranlage auf einem Grundstück südlich der alten Bundesstraße 304 umfasst, wurde jedoch in einem Gutachten eines beauftragten Ingenieurbüros im Dezember vergangenen Jahres als „derzeit knapp unwirtschaftlich“ eingestuft. Von einem positiven Ergebnis sei man „aber nicht sehr weit weg“, hieß es damals von Seiten der Experten. Jetzt hat die 3E das bestehende Konzept weiter entwickelt. Was genau dahinter steckt, will Fleckner noch nicht verraten.

Die Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, aus den zahlreichen Konzepten zur Energiewende in den Gemeinden und im Landkreis Ebersberg konkrete Projekte umzusetzen. Zudem soll Bürgern die Möglichkeit geboten werden, in sinnvolle und rentable Anlagen im Bereich erneuerbarer Energien zu investieren. Dabei sollen die „Genossen“ nicht nur eine ordentliche Dividende erhalten, sondern auch den Weg des Unternehmens mitbestimmen können.

Bei der fünften Generalversammlung der 3E verwies Vorsitzender Fleckner jetzt auf die drei bereits realisierten Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Kinderkrippe am Eulenweg in Vaterstetten, auf der neuen Sporthalle in Zorneding und dem Parkhaus am S-Bahnhof Vaterstetten. Zusammen verfügten diese Anlagen über eine Leistung von 160 kW/p, sodass rein rechnerisch die erzeugte Jahresstrommenge für jeden der derzeit 139 3E-Genossen rund 1000 kWh erbringt. Der Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes wird mit rund 4000 Kilowattstunden pro Jahr gerechnet.

„Auch wenn die von der Bundes- und Landespolitik gesetzten Rahmenbedingungen nach wie vor schwierig sind, würden Siedlungsentwicklung und politischer Wille in den Gemeinden Zorneding und Vaterstetten ein günstiges Umfeld für weiteres Wachstum der 3E schaffen“, so Fleckner. In der Pipeline sei nicht nur die komplette Mieterstromversorgung für 29 Haushalte in Kooperation mit einer Wohnungsbaugenossenschaft im Neubaugebiet Vaterstetten Nord-West. Gedacht sei auch an Projekte zur Wärmeversorgung in Form solarthermischer Nutzung und einer größeren Abwasser- beziehungsweise Grundwasserwärmepumpe. Ebenso sollen weitere Photovoltaik-Projekte konkret angegangen werden. Ab diesem Jahr werde man voraussichtlich positive Betriebsergebnisse erzielen, so Fleckner. Die Genossenschaft werde kooperativ begleitet von den Gemeinden Vaterstetten und Zorneding, deren Bürgermeister dem Aufsichtsrat angehören.

„Die 3E nimmt ihre Rolle als Unterstützer der Energiewende im Landkreis Ebersberg an und leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, ohne dabei das Ziel von Erträgnissen für ihre Mitglieder aus dem Auge zu verlieren“, so Fleckner.

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