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Ertappt: Diese Wildsau trabt gemütlich durch Pöring auf der Suche nach etwas Fressbarem.

Borstenvieh macht Pöring unsicher – Wenn Tier gefüttert wird, verliert es Scheu vor Menschen

Wildschwein narrt Jäger - Landkreis bereitet sich auf Schweinepest vor 

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Wann das junge Wildschwein aus dem Ebersberger Forst ausgebrochen ist, weiß keiner so genau. Auch weiß keiner, wo es sich jetzt rumtreibt.

Pöring – Das 35 bis 40 Kilogramm schwere und über ein Jahr alte Tier wurde auch in einem Wohngebiet in Pöring (Gemeinde Zorneding) gesichtet. Das Foto wurde von einem Anwohner auf Facebook im Internet veröffentlicht. Laut Heinz Utschig, Betriebsleiter der Staatsforsten Wasserburg und für den Ebersberger Forst zuständig, war das Tier wohl über ein defektes Gatter aus dem Forst entwichen. Mehrere Jäger sind seitdem hinter dem Wildschwein her. Erwischt wurde es bisher noch nicht. Es könnte aber auch inzwischen bereits weitergewandert sein.

Tiere verlieren Scheu vor dem Menschen

Das Problem ist laut Utschig, dass die Tiere am Zaun des Wildparks gefüttert werden. Dadurch verlieren sie die Scheu vor dem Menschen. Zudem sind Wildschweine schlau. Sie lernten sehr schnell, dass sie in Wohnsiedlungen sicher sind. Dort dürfen sie nämlich nicht mit Schusswaffen gejagt werden. Aber auch nicht, wie oft diskutiert, mit Pfeil und Bogen. Das sei beispielsweise in Frankreich erlaubt, in Deutschland jedoch verboten, so Utschig. Hintergrund ist der Tierschutz. Das Schwein müsse nämlich sicher vom Jäger getötet werden. Das ist mit Pfeil und Bogen oft nicht möglich.

Es ist ein sogenannter Überläufer

Utschig betont, dass es sich im aktuellen Fall nur um ein einzelnes Wildschwein, einen so genannten Überläufer handelt, der jetzt aus dem Forst verwunden sei. Dass Tiere über schadhafte Stellen des Zaunes den Wildpark verlassen, könne man vor allem im Winter anhand der Spuren im Schnee erkennen, so Utschig. Belegbar sei anhand der Spuren aber auch, dass die Tiere wieder in den Park zurückkehrten. Im Park würden pro Jahr etwa 500 bis 600 Wildschweine geschossen. Damit bliebe die Population etwa auf dem gleichen Stand. Außerhalb des Parks würden jährlich etwa 200 Wildschweine erlegt. Auch damit bliebe der Bestand etwa konstant. Verhältnisse wie etwa in Berlin, wo Wildschweine inzwischen intensiv in Randbezirke einer Stadt oder in Siedlungen vordringen, gebe es im Landkreis nicht.

Krankheiten können übertragen werden

Utschig nutzt die Gelegenheit, davor zu warnen, die Wildschweine zu füttern. Damit könnten nämlich Krankheiten übertragen werden, wie etwa die Schweinepest. Deshalb gäbe es auf Rastplätzen an Autobahnen und Bundesstraßen Hinweisschilder, Speisereste wieder mitzunehmen. Auch durch diese könnten nämlich die Krankheiten weiter verbreitet werden.

Dass das Problem durchaus real ist, zeigt die Ankündigung eines Pressegespräches am morgigen Mittwoch im Landratsamt. Dabei geht es um das Thema: „Der Landkreis Ebersberg bereitet sich auf die Afrikanische Schweinepest vor – aktuelle Entwicklungen“. Informieren werden dabei die zuständigen Mitarbeiter aus dem Veterinäramt, dem Sachgebiet „Öffentliche Sicherheit, Gemeinden“ und der Vorsitzende der Kreisgruppe Ebersberg im Jagdverband Bayern.

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