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Rückenwind für die Windkraft: Zorneding treibt Pläne für zwei Rotoren voran

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Von: Susanne Edelmann

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Aying hält an Windrad-Plänen fest. Der Gemeinderat stimmte für weitere Prüfungen, die im Herbst das Genehmigungsverfahren einläuten könnten.
Zorneding hält an Windrad-Plänen fest. Der Gemeinderat stimmte für weitere Prüfungen, die im Herbst das Genehmigungsverfahren einläuten könnten. © DPA/ Julian Stratenschulte

Zwei Windräder für Zorneding: Dieses Vorhaben hat in der Gemeinde eine Mehrheit. Auch gegen den Bürgermeister.

Zorneding – Der Bürgerentscheid zu den Windrädern im Ebersberger Forst ist vorbei, nun geht die Windkraft-Debatte in Zorneding weiter. In einem gemeinsamen Antrag forderten Grüne, SPD, Freie Wähler und Linke die Unterstützung des Gemeinderats für ein Zornedinger Windkraftprojekt ein – und gewannen die Abstimmung. Davor setzte es eine hitzige Debatte.

Der Antrag im Wortlaut: „Der Gemeinderat unterstützt die Initiative des Energieforums Zorneding (EFZ), innerhalb der ausgewiesenen Konzentrationsflächen im Süden Zornedings zwei Windkraftanlagen als Bürgerkraftwerke zu errichten. Der Bürgermeister wird ermächtigt, das Vorhaben im Namen des Gemeinderates durch persönliche Gespräche mit potenziellen Grundstückseigentümern zu unterstützen. Flankierend dazu verfasst die Gemeinde Zorneding einen offenen Brief, in dem klar zum Ausdruck gebracht wird, dass der Zornedinger Gemeinderat die Energiewende voranbringen will und sich deshalb für den Ausbau der Windkraft auf Zornedinger Flur ausspricht.“

Bianka Poschenrieder (SPD) erläuterte: „Seit der Auftaktveranstaltung des EZF 2019 war die Resonanz bei den Bürgern groß, aber viele Grundstücksbesitzer waren zurückhaltend. Sie fragen, warum die Initiative von einem Verein ausgeht, nicht von der Gemeinde.“ Die Unterstützung des Gemeinderats habe deshalb Signalwirkung. Bürgermeister Piet Mayr (CSU) störte sich an der Formulierung: „Der Antrag impliziert, dass ein Nicht-Zustandekommen dem Bürgermeister persönlich angelastet werden kann.“ Dem widersprach Franz Lenz (Freie Wähler): „Wir haben andauernd Anträge, in denen der Bürgermeister ermächtigt wird, irgendein Vorhaben voranzubringen, das war noch nie ein Problem, warum jetzt auf einmal?“ Helmut Obermaier (Grüne) erinnerte Mayr daran, dass er sich als Aufsichtsrat der 3E-Genossenschaft für die Windkraft ausgesprochen habe: „Wir brauchen die Windkraft und wir brauchen den Bürgermeister und den Gemeinderat als Türöffner.“

Hitzige Debatte: Am Ende siegen die Befürworter knapp

Stefanie Berndlmeier (CSU) meinte mit Blick auf den Bürgerentscheid: „Der Bürgerwille steht 50:50, warum sollten wir das zur Chefsache machen?“ Sie betonte, für sie persönlich sei der Zornedinger Süden für Windkraftanlagen absolut tabu. „Alle reden davon, dass wir was tun müssen, aber bloß nicht bei uns!“, kritisierte daraufhin Marian Nowosad (SPD). Peter Pernsteiner (FDP) störte sich am seiner Meinung nach zu geringen Abstand der potenziellen Windräder von der Wohnbebauung: „Wir dürfen dem keinen Freifahrtschein geben. Wo ist die moralische Grenze?“ fragte er und erntete laute Unmutsbekundungen von der voll besetzten Zuschauertribüne. Dort hatten sich offenbar vor allem Windkraftbefürworter versammelt, die bei entsprechenden Redebeiträgen mehrmals applaudierten, so auch bei Giulia Hillebrand (Grüne), die mahnte: „Es muss was getan werden, sonst haben wir bald keinen Wald mehr!“

Wilhelm Ficker (Freie Wähler) appellierte ans Gremium, ein Votum für die Energiewende abzugeben: „Die Kommunen müssen Verantwortung übernehmen!“. Ferdinand Glasl (CSU) fand den Antrag zu ideologisch: „Ich will meine Heimat dadurch nicht beschädigen lassen, daran ändern auch die Drohkulissen des angeblichen Klimawandels nichts.“ „Ich höre raus: eigentlich will man gar nicht, und das macht mir Sorgen“, so Franz Lenz.

Am Ende kam es zur namentlichen Abstimmung und dabei wurde der Antrag mit elf Ja-Stimmen aus den Fraktionen der Antragsteller gegenüber neun Nein-Stimmen der CSU- und FDP-Fraktion mehrheitlich angenommen.

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