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Zornedinger Ansichtskarte aus den 1930er Jahren mit Pfarrhof und Bahnhof, Kirche und Gasthof.

Akribische Recherchen

Heimatkundler laden in ihre Werkstatt ein

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48 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hatten sich zur Vorbereitung der Gründung eingefunden. Damals, am 15. Januar 1986, wurde im Gasthof Post der Heimatkundekreis Zorneding ins Leben gerufen, zunächst als Abteilung im Trachtenverein, 1993 schließlich als eigenständiger Verein zur Pflege der Heimatkunde und Geschichte der Gemeinde. Jetzt wird das Jubiläumsjahr mit einer weiteren Veranstaltung gefeiert.

Zorneding – Die Anregung kam vom damaligen Gemeinderat Fritz Marc. Er erinnerte in der Versammlung daran, dass der Gedanke, sich mit Heimatkunde zu beschäftigen, gar nicht so neu sei. Bereits zur 1150-Jahrfeier des Ortes habe Bernhard Marc 1971 ein Heimatbuch herausgebracht, das großen Anklang gefunden habe. Bernhard Marc war Gründer und Vorsitzender des Kulturvereins. Diese Organisation, 1986 unter der Leitung von Heinz Küspert, hatte ebenfalls Interesse, unter ihrem Dach die Heimatkundler zu begrüßen. Diese entschieden sich in der Gründungsversammlung jedoch für die Trachtler.

Erster Obmann der Geschichtsforscher wurde Heinz Machutt. Schulrektor Franz Hutterer als stellvertretender Obmann und der Pöringer Historiker Otto Helwig sicherten ihre Unterstützung zu. Auch der Kunstmaler Josef Kardinal brachte Ideen ein. Die Vorstandschaft bat alle „alteingesessenen Bürger“, geschichtsträchtige Fotografien und Schriftstücke dem Arbeitskreis zur Reproduktion zur Verfügung zu stellen.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens präsentiert der Heimatkundekreis in einer Ausstellung sein Wirken über drei Jahrzehnte. In von der Gemeinde 2015 renovierten und neu eingerichteten Räumen im Haus der Vereine können sich die Besucher am Samstag, 11. März, von 13 bis 17 Uhr und am Sonntag, 12. März, von 10 bis 16 Uhr ein Bild von den Archivalien, Initiativen, Recherchen und Publikationen des Vereins machen. Gezeigt werden unter anderem eine Ahnentafel einer Pöringer Familie, die Personenfolge auf einem Zornedinger Bauernhof, die Zornedinger Ehrenchronik für die Teilnehmer am 1. Weltkrieg und ein Skizzenbuch von Matthias Holzmeier, Lehrer in Zorneding von 1865 bis 1904.

Bei der systematischen Erforschung und Dokumentation der Historie in allen Ortsteilen, griff der Verein nicht nur in Bibliotheken zu dicken Büchern oder studierte in Archiven kaum mehr lesbare alte Urkunden und Dokumente. Man hielt Schritt mit der technischen Entwicklung und nutzte auch die Möglichkeiten, die heute Bibliotheken und Archive online bieten. Der Verein kann auf eine Reihe von Publikationen stolz sein: Als erstes erschien 1990 der Bildband Zorneding. Danach folgten vier Heimatbüchern über Ingelsberg (2009), Wolfesing (2011), Zorneding (2013) und Pöring (2015). In diesen vier Bücher mit insgesamt 700 Seiten stecken jahrelange akribische Recherchen über die Geschichte von Höfen und Häusern sowie ihrer Bewohner. Durch eine geglückte Mixtur von historischen Ereignissen, Daten, Namen sowie Fotos aus den örtlichen Hofgeschichten zeigt der Heimatkundekreis, dass Geschichte sich nicht auf ab-straktes Wissen beschränken darf, sondern immer aufzeigen muss, dass und wie die Menschen in ihrem Leben betroffen waren. Die Vorfahren sind, wie Altbürgermeister Franz Pfluger einmal sagte, „immer von irgendwas gebeutelt worden“.

Zu den Publikationen kamen inzwischen rund 130 Vortragsabende mit heimatgeschichtlichen Themen, dazu eine Reihe größerer Ausstellungen wie die zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde. Entscheidend zum Erfolg beigetragen haben zwei Personen, die 2015 zu Ehrenmitgliedern ernannt worden sind: Emmi Heder, von 1999 bis 2014 Vorsitzende, und Martin Burgmayer, der langjähriger Vereinsarchivar. Mit seiner Ausstellung führt der Heimatkundekreis die Besucher in die „Werkstatt“ seines heimatgeschichtlichen Schaffens, zeigt historische und aktuelle Fotos sowie Filme, präsentiert sein Archiv und seine mit wichtigen Büchern und Zeitschriften gefüllten Regale. Der Eintritt ist frei.

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