Die Sportgaststätte am Zornedinger Stadion ist in die Jahre gekommen. Attraktiv ist sie schon lange nicht mehr.
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Die Sportgaststätte am Zornedinger Stadion ist in die Jahre gekommen. Attraktiv ist sie schon lange nicht mehr.

Experte fällt vernichtendes Urteil über bestehendes Lokal am Stadion

Zorneding könnte eine Sportsbar bekommen

  • Susanne Edelmann
    vonSusanne Edelmann
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Die Gaststätte am Zornedinger Stadion ist wenig attraktiv und sanierungsbedürftig. Doch es zeichnet sich eine bessere Zukunft ab: Es könnte eine „Sportsbar“ entstehen.

Zorneding - Die Mitglieder des Zornedinger Bauausschusses haben darüber beraten, ob das Lokal weiter genutzt werden kann oder lieber auf ein Minimum zurück gebaut werden soll, mit einer kleinen Küche für vereinsinterne Nutzung. Doch eigentlich war von Anfang an klar, dass die Ausschussmitglieder die Gaststätte erhalten wollen.

Bestandsaufnahme fällt vernichtend aus

Dazu hatten sie eigens ein Konzept von Thierry Willems, Gastronomie Consultant und Pächter des Bräustüberls Weihenstephan, erarbeiten lassen. Seine Bestandsaufnahme fiel vernichtend aus: Das ganze Lokal ist veraltet, trist und teilweise verdreckt. Die Küche muss grundsaniert werden, da die Arbeitsabläufe unter den jetzigen Gegebenheiten nicht mehr gesetzeskonform sind.

Experte: „Kein Wirt kann nur von Vereinsmitgliedern leben“

Einzig die Terrasse fand mit einigen Abstrichen Gnade vor Willems’ Augen. Er erläuterte, warum so viele Sportgaststätten nicht funktionieren: „Kein Wirt kann allein von den Vereinsmitgliedern leben, deshalb bleiben die guten Wirte weg.“ Oft fehle es an Infrastruktur und Konzept, man müsse sich klar werden, welche Zielgruppe man erreichen wolle. In Zorneding sei das neben den Sportlern aller Altersgruppen vor allem die Jugend, für die es sonst keine Angebote in der Umgebung gebe.

Public Viewing an Bavarian Sportsbar & Grill

Im Einzelnen sehen seine Vorschläge eine Modernisierung der Sanitäranlagen und eine komplett neue Küche vor, die künftig viel flexibler agieren könnte. Dazu bräuchte es neue Geräte und eine andere Anordnung, um Wege zu erleichtern. Im Gästebereich wären neue Fliesen und eine neue Wandgestaltung wünschenswert, das Herzstück könne künftig die Bar sein, die er als „Champions Corner – Bavarian Sportsbar & Grill“ titulierte. Für dortiges Public Viewing bräuchte es ein professionelles HiFi- und Lichtkonzept sowie eine angepasste Speisekarte. Hier plädierte Willems für eine kleine Standardkarte und saisonale Angebote und Aktionen. Schnelle junge Küche sei ratsam, wie etwa Fingerfood, das man beim Fußball schauen nebenher essen könne. Auch bayerische Küche sei denkbar, davon riet Willems aber ab, um nicht in Konkurrenz zu bestehenden Lokalen zu treten.

Gaststätte könnte alle Altersgruppe bedienen

Mit entsprechenden Räumlichkeiten und Speisenangeboten könne die Gaststätte alle Altersgruppen bedienen, insbesondere am Wochenende abends sei ein Angebot für die Jugend aber erfolgversprechend, zum Beispiel mit DJ und Musik. „So etwas gibt es in der Region kaum.“ Auch die Ortsrandlage sei dafür ideal. Willems’ Resümee: „Das Objekt hat Potential, aber nur mit einer vollumfänglichen Sanierung.“

Laut Bauamt würde die Sanierung um die 500 000 Euro kosten, was Helmut Obermaier (Grüne) anzweifelte: „Wohl eher eine Million.“ Er fand, die Gemeinde müsse sich klar werden, was sie eigentlich wolle: „Einen sozialen Treffpunkt oder einen überörtlichen Anziehungspunkt?“ Vor allem Marian Nowosad (SPD) befürwortete das Konzept als gutes Angebot für die Jugend. Die Umsetzung würde wohl ein Jahr dauern, wie viel Umsatz das Lokal anschließend machen könnte, will Willems noch kalkulieren.

Letztlich beschloss das Gremium einstimmig, das Konzept weiter zu verfolgen. Es soll eine Kostenschätzung mit zwei Varianten erstellt werden, wobei die Sanierung von Küche und Schankanlage, die energetische Sanierung und ein barrierearmer Zugang die Minimalanforderung darstellen.

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