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Die Freien Wähler Zorneding wollen, dass der Verkehr im gesamten Gemeindegebiet untersucht wird. 

Zornedinger Verkehrsprobleme

Debatte um Gutachten - viele Fragen offen

Rund 75 000 Euro soll ein Verkehrsgutachten für Zorneding kosten. Das ist manchem Entscheidungsträgern zu teuer. 

Zorneding – In der Mai-Sitzung des Zornedinger Gemeinderats hatten die Freien Wähler eine Verkehrserhebung gefordert, mit Messung von Verkehrsstärke und -strömen im gesamten Gemeindegebiet und Erstellung einer digitalen Verkehrsflusssimulation. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, das Thema im Bauausschuss mit externen Fachleuten weiter zu beraten.

Datenerhebung auf den Straßen

  So wurde jetzt im Juni der Verkehrsplaner Harald Spath in den Ausschuss eingeladen, um den Ablauf einer solchen Erhebung genauer zu erläutern. Demnach würde zunächst der Verkehr erfasst, gegliedert nach Binnenverkehr innerhalb der Gemeinde, reinem Durchgangsverkehr und Quell-Ziel-Verkehr von oder nach Zorneding. In einer Kordonerhebung würden die Autofahrer an etwa sieben Stellen der Gemeinde, vorrangig an den Ausfallstraßen, gezählt und befragt. Parallel dazu erfolge eine Videozählung über 24 Stunden an 20 Stellen im Gemeindegebiet. „Das ist datenschutzgerecht, Gesichter und Kfz-Kennzeichen werden nicht erkannt“, versicherte Spath. Es würden dabei Autos, Fußgänger und Radfahrer erfasst sowie Tag- und Nachtverkehr verglichen.

Bürger sollen befragt werden

Zusätzlich sollen die Bürger in einer Haushaltsbefragung detailliert interviewt werden. Auch hier geht es nicht nur um Autoverkehr, sondern auch um Radfahrer, Fußwege und Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, darüber hinaus auch zudem, wie die Bürger ganz persönlich die Verkehrssituation einschätzen.

Anhand dieser Daten könne die Ist-Situation analysiert und mit einem „makroskopischen Verkehrsmodell“ visualisiert werden. Solch ein digitales Modell stelle den tatsächlichen Verkehr in der Gemeinde dar, jede Änderung durch verkehrliche Maßnahmen, etwa Einführung von Einbahnstraßen, Tempolimits, Umgehungsstraßen, könne mitsamt ihrer Auswirkungen simuliert werden. 

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Zeithorizont eineinhalb Jahre

Der Zeithorizont hierfür betrage rund eineinhalb Jahre. Die Kosten belaufen sich auf etwa 75 000 Euro.

In einer zweiten Phase könnten Maßnahmen zu Aspekten wie Verkehrssicherheit, ruhender Verkehr, Radwege oder Gewerbeverkehr entwickelt werden. Auch bei Realisierung, Evaluierung und Beantragen von Fördermitteln wären die Verkehrsplaner bei Bedarf behilflich.

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„Die Kosten sind zu hoch und die Daten vom Planungsverband sind doch vorhanden, das bringt nichts“, urteilte Christian Krumpholz (CSU). Dem widersprach Wilhelm Ficker (Freie Wähler): „Das ist eine Datenbasis, die man längerfristig verwenden kann.“ Auch sein Fraktionskollege Franz Lenz fand: „Das ist das Instrument für die Zukunft. Ich bin der Meinung, dass sich bei uns was ändern muss.“ Auch Stephan Raabe (SPD) betonte, er verspreche sich einiges davon.

„Was muss die Politik dafür leisten?“, wollte Ferdinand Glasl (CSU) wissen. „Die Politik muss sich klar werden: Wo wollen wir überhaupt hin? Was wollen wir zulassen, was nicht?“, so Verkehrsplaner Spath.

Gemeinderat soll weiter diskutieren

Dabei könnten auch Themen wie die Reduzierung von Kohlendioxid und Elektroautos berücksichtigt werden. „Ich muss darüber nachdenken“, sprach Lenz aus, was wohl die meisten Ausschussmitglieder dachten. Im Gemeinderat soll weiter diskutiert werden.

Susanne Edelmann

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