Zornedings Bürgermeister Piet Mayr hatte mit vielen Zuschauern in der Sondersitzung zum Thema Verkehr gerechnet. Doch es kamen nur drei Interessierte.
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Zornedings Bürgermeister Piet Mayr hatte mit vielen Zuschauern in der Sondersitzung zum Thema Verkehr gerechnet. Doch es kamen nur drei Interessierte.

Verkehrsanalyse liegt vor

Lieber durch den Ort: Viele umfahren die Zornedinger Umfahrung

  • Susanne Edelmann
    vonSusanne Edelmann
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im Zornedinger Gemeinderat ist die Verkehrsanalyse vorgestellt worden. Sie birgt einige Überraschungen. So steht drin, dass die Umfahrung von vielen nicht genutzt wird.

Zorneding – Zur Vorstellung der Verkehrsanalyse im Gemeinderat hatte der Verein „Bürger für Pöring“ einen Livestream gefordert. Der konnte zwar nicht realisiert werden, doch das Rathaus hatte dennoch vorgesorgt: Die Präsentation wurde aufgezeichnet, das Video wird auf der Homepage der Gemeinde hochgeladen. Zudem waren in der Turnhalle, wo die Sitzung stattfand, über 50 Besucherplätze vorgesehen. Die blieben allerdings fast ausnahmslos leer: Es kamen gerade einmal drei Zuschauer.

Verkehrsbefragung an acht Knotenpunkten

Robert Ulzhöfer von der PSLV Planungsgesellschaft München erklärte, dass die Verkehrsbefragung im September 2020 an acht Knotenpunkten im Gemeindegebiet stattgefunden habe, parallel zu einer Haushaltsbefragung mit einem zusätzlichen Fragebogen „Corona und seine Auswirkungen auf den Verkehr.“ Wie erwartet fließt der Verkehr in Zorneding morgens vor allem nach Westen und Norden, abends in die Gegenrichtung. In 24 Stunden gibt es auf der St 2081 rund 10 000 Fahrten, auf der B 304 knapp 6000 und auf der Birkenstraße 3000. Der Schwerverkehr inklusive Bussen, Bau- und landwirtschaftlichen Fahrzeugen beträgt innerorts knapp drei Prozent. Beim Durchgangsverkehr liegen Fahrer aus Glonn an der Spitze, gefolgt von Fahrern aus München, Vaterstetten, Kirchseeon, Grafing und Ebersberg. Und es gibt erstaunlich viele Fahrzeuge, die lieber durch den Ort fahren statt die Umgehungsstraße zu nutzen.

25 Prozent Durchgangsverkehr im Ort

Der Anteil des Durchgangsverkehrs am gesamten Verkehr beträgt in der Münchner Straße über 25 Prozent, in der Bucher Straße 40 Prozent und in der Anzinger und Eglhartinger Straße sogar 67 Prozent. Beim innerörtlichen Verkehr wurden im Ortskern 430 Autofahrten pro Tag gemessen, davon ist ein Viertel kürzer als einen Kilometer. Hingegen legen Fußgänger und Radfahrer auch oft längere Strecken zurück. Die Rücklaufquote der Haushaltsbefragung lag bei 26 Prozent, laut Ulzhöfer eine gute Quote. Die meisten Antworten kamen vom Daxenberg und am häufigsten haben die 60- bis 70-Jährigen geantwortet.

Gut die Hälfte der Haushalte hat einen Pkw

Typisch für eine S-Bahn-Gemeinde: Gut die Hälfte der Haushalte hat einen Pkw, etwa ein Drittel besitzt zwei Autos. Und immerhin ein Viertel der Haushalte hat mehr Fahrräder als Haushaltsmitglieder. Corona habe natürlich schon einen reduzierenden Einfluss auf die Zahlen gehabt, erläuterte Ulzhöfer. Arbeit im Homeoffice sorge für Entlastung auf den Straßen. „Wenn alles wieder so wird wie früher, haben wir nach Corona zwischen zehn und 15 Prozent mehr Verkehr.“ Denn durch Corona wurden die Strecken nicht nur kürzer, sondern wurden auch häufiger mit dem Rad statt mit dem Pkw zurückgelegt. Jetzt käme es darauf an, Zorneding für Radfahrer attraktiver zu machen.

Siad Abdin-Bey (FDP) reagierte enttäuscht auf die Präsentation: „Das hat jetzt keine neuen Erkenntnisse gebracht.“ Ulzhöfer bestätigte, dass es sich um eine reine Bestandsaufnahme handle. „Aber das ist die Basis für die Bewertung von planerischen Maßnahmen. Diese Daten erlauben uns, darzustellen, welche Auswirkung zum Beispiel künftige Baugebiete auf den Verkehr hätten.“ Wilhelm Ficker (Freie Wähler) fand: „Die Zahlen haben viel gebracht, wir müssen nur vernünftig damit umgehen.“ Er freute sich über den hohen Anteil an Fußgängern und Radfahrern: „Aber es gibt auch viele Problemzonen wie zu schmale Gehwege und gefährliche Querungen wie etwa an der Lärchenstraße“, mahnte er. Nun soll sich die Lenkungsgruppe in mehreren Treffen über spezifische Themen wie Radverkehr, Parkplätze und ähnliches austauschen. Für den Sommer ist eine intensive Bürgerbeteiligung geplant.

Dieser Zorneding hat es bei youtube weit gebracht.

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