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Weil er die Flächen an seinem Betrieb für die Pferde benötigt, möchte ein Landwirt im Außenbereich bauen. 

Bauen im Außenbereich: Zorneding stellt sich gegen Landratsamt

Ist ein Betrieb, der neben Hühnerställen vor allem Pensionspferde beherbergt, ein landwirtschaftlicher Betrieb? Das diskutierten die Mitglieder des Zornedinger Bauausschusses.

Zorneding – Anlass war der Bauantrag eines Zornedingers, der am Waldrand an der Bucher Straße südlich der Umgehungsstraße eine Halle als Lager für Stroh, Getreide und Maschinen errichten möchte. Das Landratsamt bewertete das Bauvorhaben bereits als privilegiert.

Das bedeutet im Grundsatz, dass Bauvorhaben im Außenbereich einer Kommune zulässig sind, wenn sie dem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen. Damit soll berücksichtigt werden, dass die räumliche Nähe der Gebäude zu den landwirtschaftlichen Flächen dem Betrieb besonders dienlich ist. Für Betriebe, deren Flächen weit verstreut liegen, gilt dies jedoch nur eingeschränkt.

Betrieb am Ortsrand

Im vorliegenden Fall hat der Bauherr seinen Betrieb am Ortsrand von Zorneding. Laut eigener Aussage ist dort aber kein Platz für eine Lagerhalle vorhanden, weil die dortigen Grünflächen als Weidefläche für die Pensionspferde benötigt werden.

Gemeindeverwaltung und Gemeinderäte fürchten durch das Bauvorhaben aber eine Zersiedelung der Landschaft und die Entstehung einer Splittersiedlung am Waldrand südlich von Zorneding.

 „Ich habe ein grundsätzliches Problem mit Hallen im Außenbereich“, meinte etwa Christian Krumpholz (CSU). „Wir dürfen nicht die ganze Flur mit Hallen zupflastern, sonst wird das da draußen eine Siedlung.“

„Landwirte brauchen keine Pferde mehr“

Zustimmung kam auch von Wilhelm Ficker (Freie Wähler): „Meines Erachtens gibt es eine Schieflage bei der Pferdehaltung, das ist Freizeitgestaltung, keine Landwirtschaft.“ Schließlich brauche heute kein Landwirt mehr Pferde zur Arbeit auf dem Acker. Er forderte ein entsprechendes Umdenken im Landwirtschaftsministerium.

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Bürgermeister Piet Mayr (CSU) gab zu bedenken: „Wenn wir uns dem Antrag verweigern, wäre der Beschluss rechtswidrig, wenn er vom Landratsamt bereits als privilegiert genehmigt wurde.“ Das konnte die Ausschussmitglieder nicht abschrecken: „Wir werden nicht zustimmen, die Gefahr einer Zersiedelung ist zu groß“, betonte Vincent Kalnin für die Fraktion der Grünen. 

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Auch Stefan Ballerstaller vom gemeindlichen Bauamt bestätigte, dass die Gefahr weiterer Bauten im Außenbereich bestehe. Letztlich stimmten fünf der acht Ausschussmitglieder deshalb gegen den Bauantrag.

Susanne Edelmann

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