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Gemeinderat Moritz Dietz (rechts) im Gespräch mit besorgten Zornedingern.

Eltern fordern Fortbestand des Jugendzentrums und einen neuen Jugendpfleger

Zornedinger sorgen sich um künftige Jugendarbeit

Seit Monaten ist das Zornedinger Jugendzentrum (Juz) geschlossen, das Arbeitsverhältnis mit Jugendpfleger Axel Glienke endet zum 31. Dezember. Die Eltern sind in Sorge.

Zorneding–  Wie es mit der Jugendarbeit weitergeht, dazu gibt es in der Gemeinde derzeit viele Gerüchte:

Wird überhaupt wieder ein Jugendpfleger eingestellt? Wird für das Juz ein neuer Träger gesucht? Oder wird es gar in einen Hort umgewandelt? Moritz Dietz (Grüne), einer von zwei Jugendsprechern des Gemeinderats, lud deshalb interessierte Zornedinger zu einem Treffen ins Café Herzog ein. Der Einladung folgten Jugendliche, Eltern und Gemeinderäte von FDP und Grünen.

Noch ist die Stelle nicht neu ausgeschrieben

Fakt ist: Die Stelle des Jugendpflegers ist ab Januar unbesetzt, wurde aber noch nicht wieder ausgeschrieben, obwohl die Gemeinde dazu verpflichtet ist, so lange es keinen Gemeinderatsbeschluss gibt, die Stelle, die 2008 auf Betreiben der Grünen geschaffen wurde, wieder zu streichen. Bei den Eltern stößt dies auf Unverständnis: „Warum wurde die Stelle nicht schon längst wieder ausgeschrieben? Warum müssen wir da erst aktiv werden?“, wundert sich eine Mutter. Dietz bekennt, dass nicht jeder im Gemeinderat von der Notwendigkeit eines Jugendpflegers überzeugt sei: „Auch der zweite Jugendpfleger (Ferdinand Hackl/CSU, Anm. d. Red.) nicht.“ Helmut Obermaier (Grüne) ergänzt: „Viele meinen, wir sind mit unseren Vereinen gut aufgestellt. Aber dort findet keine aufsuchende Jugendarbeit statt, eine solche Struktur kann nur ein Jugendpfleger leisten.“ Peter Pernsteiner (FDP) ergänzt: „Es fühlt sich auch nicht jeder in einem Verein aufgehoben.“

Das sehen auch die Eltern so, die unisono den Fortbestand einer Vollzeitstelle fordern. Wütend macht die Anwesenden, dass das Juz momentan komplett geschlossen ist.

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Die Gemeinde gibt den Schlüssel nicht raus

Simon (19) ist einer der Jugendlichen, die sich im Juz engagiert haben und dort in Eigenleistung viele Umbauten vorgenommen haben. Die Arbeiten sind noch längst nicht fertig, bei ihm zuhause lagert noch technisches Equipment für das Juz: „Aber ich komme nicht mehr rein. Ich bekomme sehr viele Anfragen von anderen Jugendlichen, aber die Gemeinde gibt die Schlüssel nicht raus.“ Diese Erfahrung haben auch örtliche Vereine gemacht, die im Juz Versammlungen oder Feiern abhalten wollten, wie auch der Verein Jüngste Kultur. Dabei hatte der vor einigen Jahren das Juz sogar selbst verwaltet. Und es gibt etliche Freiwillige, die ehrenamtlich dafür sorgen wollen, dass der Betrieb zumindest stundenweise gewährleistet werden kann: Eltern, aber auch Gerhard Wolf vom Servicebüro am Herzogplatz und Rohan Siebert, Leiter des Kinderhauses am Lärchenweg. „Warum lässt die Gemeinde das Gebäude lieber ungenutzt, als engagierte Bürger einzubinden?“, wundert sich Wolf. In Hinblick auf die Hort-Gerüchte meint er: „Es kann nicht sein, dass das Juz umfunktioniert wird, wir müssen es dringend wiederbeleben!“

Eltern sammeln Unterschriften

Das wünschen sich auch die Eltern, die nun Unterschriften sammeln und an den Bürgermeister übergeben wollen. Sie fordern nicht nur die Wiederöffnung des Juz, sondern auch die schnellstmögliche Besetzung der Jugendpfleger-Stelle sowie langfristig die Erstellung eines Gesamtkonzepts zur Kinder- und Jugendarbeit.

„Wir sind aktiv dran“, versichert Bürgermeister Piet Mayr (CSU) auf Anfrage unserer Zeitung. „Selbstverständlich begrüße ich Initiativen, die sich mit der Jugendarbeit befassen“, betont er. Die Fraktionssprecher hätten dazu auch schon einen Weg vorgegeben, der gerade abgearbeitet werde, man warte allerdings noch auf diverse Rückmeldungen. So würden derzeit parallel Gespräche über Details mit vorhandenen Interessenten an der Jugendarbeit geführt, auch habe die Gemeinde Vereine, die für eine Nutzung des Juz in Frage kommen könnten, angesprochen. „Auch da gibt es leider noch keine spruchreifen Ergebnisse. Sobald es greifbare Ergebnisse gibt, werden wir diese veröffentlichen“, sagt Mayr.

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Weitere Fragen, etwa, warum die Stelle des Jugendpflegers nicht längst ausgeschrieben wurde und was an den Gerüchten um eine Umwandlung in einen Hort dran ist, will das Zornedinger Gemeindeoberhaupt nicht beantworten.

VON SUSANNE EDELMANN

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