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Im Dezember 2016 waren sie noch optimistisch: Projektmanager Benjamin Ogles, Martin Herkommer, Repräsentant Deutsche Glasfaser, und Bürgermeister Piet Mayr (v.l.). 

Glasfaser in Zorneding: Geschenke sollen Kunden beschwichtigen

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Entschuldigen will sich die Deutsche Glasfaser bei ihren Kunden in Zorneding mit einem Brief für die drastischen Verzögerungen beim Ausbau. Und zudem soll es Geschenke geben.

Zorneding – Verbunden ist die Aktion des Unternehmens mit dem Versprechen: Bis September sollen alle Aufträge für das schnelle Internet abgearbeitet werden. Auslöser für die Aktion ist, dass sich der Ausbau immer wieder verzögert hatte, unter anderem durch Probleme mit Subunternehmen.

Rückblick: Im Jahr 2015 ging man im Gemeinderat noch davon aus, dass Zorneding in den Jahren 2016 und 2017 eine einzige große Baustelle werde, weil dann ein Breitband-Konzept umgesetzt komme. Zuversicht dann auch später, als die Deutsche Glasfaser im Dezember 2016 das Projekt übernahm und im Sommer 2017 mit den Bauarbeiten startete. 

Schon 2017 beschwerten sich Unternehmer

Optimisten glaubten an funktionierende Anschlüsse noch Ende des Jahres. Doch so schnell ging es nicht. Im Mai 2017 beschwerten sich die Zornedinger Gewerbetreibenden über die schlechte Internetverbindung. Im März 2018 freute sich die Deutsche Glasfaser, dass in Pöring die ersten 60 Anschlüsse gesteckt waren. Ziel war es damals, im September 2018 alle Anschlüsse in Zorneding fertig zu haben. Ende Oktober sollten die Oberflächenarbeiten abgeschlossen werden, also unter anderem die aufgerissenen Gehwege wieder hergerichtet sein. Insgesamt sollen 1647 Hausanschlüsse verlegt werden. Schwierig gestaltet sich die Situation in den Hochhäusern am Herzogplatz.

Konflikte mit Tiefbauunternehmen

Doch dann kam es zu Verzögerungen. Wegen Konflikten mit einem Tiefbauunternehmen lagen die Arbeiten zwischenzeitlich völlig brach. Vor einem Jahr betonte Bürgermeister Piet Mayr (CSU) dennoch, er sehe eine positive Entwicklung. „Ich stehe zu dem Projekt. Glasfaser ist die Zukunft“, betonte der Rathauschef gegenüber der Ebersberger Zeitung

„Wir können nicht mittendrin aussteigen.“ Man müsse jetzt nach vorne schauen und so schnell wie möglich ausbauen, damit auch die Kunden zufrieden seien. Er hoffe sehr, dass es nun zügig voran gehe und spätestens im Frühjahr 2019 die letzten Teilnehmer angeschlossen sind. „Der Schweizer-Käse-Look in unserer Gemeinde muss ein Ende haben“, so Mayr. Dann kam Druck von den unzufriedenen Kunden. Manche drohten sogar, die Verträge zu kündigen. Auch aus dem Rathaus waren schärfere Töne zu hören. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Bürgermeister Mayr.

Firmen verlassen die Baustellen

Im Mai 2019 erreichten die Probleme eine neue Stufe. Unternehmen hatten offensichtlich die Baustellen verlassen. „Meine Geduld ist langsam am Ende“, sagt der Bürgermeister gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Wir sind sowieso schon deutlich in Verzug.“ In anderen Gemeinden klappe es doch auch.

Von der Deutsche Glasfaser kam eine etwas flaue Stellungnahme. Man arbeite in Zorneding mit dem Generalunternehmer VPT Consulting zusammen. „VPT Consulting beauftragt verschiedene Subunternehmen und stimmt die Prozesse mit diesen Unternehmen ab.“ Die Detailsteuerung für den Ausbau und die Aktivierung der Kundenanschlüsse übernehme VPT Consulting. Gerüchten zufolge soll es finanzielle Problem geben. Dazu die Deutsche Glasfaser: „Zahlungsmodalitäten zwischen dem Generalunternehmer und seinen Subunternehmern werden nicht durch Deutsche Glasfaser vereinbart und können nicht durch das Unternehmen kommentiert werden.“

Gespräch mit der Konzernleitung

Mayr forderte ein Gespräch mit der DG-Konzernleitung, das inzwischen mit dem Deutschlandchef der Abteilung Bau, Jürgen Zimmermann, stattfand. Dem habe er die Beschwerden vorgehalten und die Situation geschildert. Nun sollen zusätzliche Bautrupps eingesetzt werden. Aktueller Stand: 1100 Anschlüsse sind geschaltet, 400 fehlen noch, bei 200 Anschlüssen sind noch Tiefbauarbeiten notwendig.

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Als Entschuldigung will die DG kostenlos die Abschlüsse für die Kunden schneller machen und zudem fürs Projekt Bürgerbus spenden.

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