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Die Flüchtlingsunterkunft in Pöring.

Coronavirus im Landkreis

Zornedinger Helferkreis: Geflüchtete seien spät über Corona informiert worden

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Können Abstandsregeln auch in Flüchtlingsunterkünften eingehalten werden? Der Helferkreis in Zorneding ist jedenfalls skeptisch. 

Zorneding Bis 19. April gilt in Bayern die Ausgangsbeschränkung. Bürger sollen zu Hause bleiben, soziale Kontakte vermeiden. In den Flüchtlingsunterkünften in Zorneding und Pöring gibt es Doppelzimmer und Gemeinschaftsräume. Können die Abstandsregeln dort eingehalten werden?

Wie es den Menschen in den Flüchtlingsunterkünften in Pöring und Zorneding geht, weiß Ingrid Sendrowski nicht. Sie ist Kommunikationsleiterin des Zornedinger Asylhelferkreises. „Aus einzelnen Telefongesprächen wissen wir, dass die Männer verunsichert sind und nach Wegen suchen mit der Situation umzugehen“, teilte Sendrowski mit. Auch ob es positive Corona-Tests gab, weiß sie nicht. In die Unterkünfte kann sie nicht gehen: Seit 18. März gilt ein Betretungsverbot. „Wir wissen auch nicht, ob es zum Beispiel genügend Desinfektionsmittel gibt. Und ob deren Gebrauch hinlänglich bekannt und erklärt ist“, so die Helferin aus Zorneding.

59 und 49 Bewohner in den Unterkünften

In der Flüchtlingsunterkunft in Pöring leben 59 Bewohner, in Zorneding 49. Nach Aussage von Sendrowksi wohnen die Menschen zu zweit im Zimmer. Küchen, Toiletten, Aufenthaltsräume – alles wird hier geteilt.

Ist es nicht gefährlich, dass sich das Virus so schnell unter den Bewohnern ausbreitet? „Die Gefahr besteht derzeit innerhalb und auch außerhalb der Unterkünfte“, antwortet eine Sprecherin des Landratsamts knapp. Dass die Geflüchteten Abstandsregeln einhalten, „lässt sich nur über die Vernunft der Bewohner regeln“, so die Sprecherin. Die Landkreisbehörde jedenfalls stellt den Bewohnern kein Desinfektionsmittel zur Verfügung.

„Wir können uns nur vorstellen, dass es in den kleinen Zweibettzimmern schwierig, wenn nicht unmöglich ist, den geforderten Abstand einzuhalten“, sagt Asylhelferin Sendrowski.

Wie die Situation in den Unterkünften ist, wissen die Zornedinger Helfer nicht. In Pöring sei Security vor Ort, in Zorneding kontrollieren Mitarbeiter des Landratsamts „in bestimmten Abständen“ die Unterkunft, so die Landkreisbehörde. Bewohner putzen ihre Unterkünfte selbst.

Geflüchtete erst spät informiert?

Der Zornedinger Helferkreis wirft der Behörde vor, die Geflüchteten erst spät unterrichtet zu haben.

Am 19. März sei erstmals zum Thema Hygiene in den Unterkünften informiert worden, teilte das Landratsamt auf wiederholter Nachfrage derEZ mit. Am 24. März habe die Behörde die Bewohner über die Ausgangsbeschränkung informiert, also erst vier Tage, nachdem die Allgemeinverfügung in Kraft getreten ist. Das Infomaterial ist meist in Deutsch und Englisch verfasst.

Bewohner haben kein bereitsgestelltes Internet in den Unterkünften

Das Problem sei, dass nur vereinzelt Bewohner Internetzugang hätten, sagt Sendrowski. WLAN gibt es in den Unterkünften nicht. Die Menschen hätten sich also nicht schon früher über Covid-19 informieren können. Zudem gibt es kein Infomaterial in Tigrinya, der Muttersprache vieler Geflüchteten.

Der Helferkreis habe daraufhin dieses mehrsprachige Material besorgt und außerhalb der Unterkünfte deponiert, wo es sich die Geflüchteten abgeholt hätten. Sie hätten es in den Unterkünften aufgehängt und an andere Bewohner verteilt, so Sendrowski

Die Freiwilligen können wegen des Betretungsverbots den geflüchteten Menschen zudem nur schlecht beim Ausfüllen und Wegschicken von Formularen helfen. Ein weiteres Problem. Nicht alles lasse sich übers Telefon regeln, Behördentermine könnten nicht immer eingehalten werden, sagt Ingrid Sendrowski. „Da können wir nur auf das Entgegenkommen der Behörden hoffen.“

Hier lesen Sie alle Entwicklungen zum Thema. Unsere Live-Ticker zum Coronavirus.

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