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Ein Windrad im Vollmond.

In drei Jahren sollen zwei Windräder stehen

Rückenwind für die Zornedinger Windrad-Befürworter

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Nach „optimistischen“ Überlegungen der Initiatoren könnten im Süden von Zorneding in drei Jahren zwei Windräder stehen. Doch das ist von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig.

Zorneding – Die Initiatoren des örtlichen Energieforums (EFZ) wollten ein breites Stimmungsbild zu Plänen für Windräder. Und sie haben Rückenwind bekommen.

Zahlreiche interessierte Zornedinger kamen zu dem Informationsabend zum Thema Windräder in den Gemeindesaal der Christophoruskirche. Foto: Langer

Der Saal im Gemeindezentrum der Christophoruskirche war gut gefüllt. Einige Besucher mussten stehen. Die Zustimmung zum Projekt war deutlich. Das wurde klar, als Wolfgang Poschenrieder vom EFZ fragte, wer sich denn am Vorhaben beteiligen wolle, alles zunächst ganz unverbindlich. Da gingen viele Hände hoch. Es gab aber an diesem Abend auch kritische Nachfragen unter anderem zum Schattenwurf durch die Anlagen. Poschenrieder betonte jedoch mehrmals, man wolle derzeit noch nicht zu sehr ins Detail gehen.

Poschenrieder sprach zu Beginn der Veranstaltung über den Klimawandel und wie wichtig aus seiner Sicht alternative Energieformen sind, auch mit Windrädern vor Ort. Mit zwei Anlagen könne man den Strombedarf von Zorneding decken. Das seien aber nur grobe Berechnungen, wie er auch einräumte.

Hamberger Windrad erfolgreich

Anschließend stellten Landwirt Hans Zäuner und Elektrikermeister Werner Stinauer. Mitbetreiber des Windrades in Hamberg (Gemeinde Bruck), ihre Anlage vor, berichteten über das schwierige Genehmigungsverfahren. Sie betonten dass das Windrad inzwischen erfolgreich laufe, auch finanziell. Beide sprachen sich für Lösungen wie in Hamberg aus, in denen nicht externe Investoren Eigentümer der Anlage sind, sondern die Menschen vor Ort, weil dadurch auch die Wertschöpfung in der Region bliebe.

„Wir sollten das bei uns auch gemeinsam machen“, so Poschenrieder. Als nächster Schritt, nach der Auftaktveranstaltung, soll nun beim Zornedinger Projekt mit Grundstückseigentümern gesprochen werden. „Wenn es keine Grundstücke gibt, gibt es auch kein Projekt“, so Poschenrieder. Dazu soll eine kleine Verhandlungs-Gruppe gegründet werden. Mit dabei sein soll auch Zäuner. „Der hat Landwirtschaft in Zorneding gelernt und kenne daher viele Leute“, so Poschenrieder. Die Einladungen an die Eigentümer sollen über das Rathaus verschickt werden.

Voruntersuchungen sind notwendig

Um Risiken im Genehmigungsverfahren zu vermindern, sind Voruntersuchungen notwendig. Diese gibt es teilweise schon im Rahmen der früheren Konzentrationsflächenplanung. Die Unterlagen sollen auf mögliche Lücken überprüft werden. „Ohne Aussicht auf Genehmigung kein Projekt“, sagte Poschenrieder. „Wir müssen auch mit dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz reden.“

Lesen Sie auch: Energie von Zornedingern für Zornedinger - von Anfang an

Für eine Baugenehmigung der Anlagen ist laut Initiatoren auch Voraussetzung, dass der Gemeinderat einen Teilflächennutzungsplan aufstellt. Bürgermeister Piet Mayr hatte erklärt, das Thema sei durchaus umstritten. Er wolle sich zunächst zurückhalten, um das Stimmungsbild aufzunehmen. „Wie realistisch ist es denn, dass der Gemeinderat zustimmt?“, wurde er in der Diskussionsrunde konkret gefragt. Seine Antwort: „ Ich tippe, dass es eine Mehrheit für die Windräder geben wird. Aber das ist ein Baugefühl. Nageln sie mich dabei nicht fest.“ Zudem wies Mayr auf die Kommunalwahl 2020 hin. Danach gebe es auch einen neuen Gemeinderat.

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Weitere Schritte: Entscheidung über Gesellschaftsgründung und Gremien, Einwerben des Eigenkapitals, Sicherung des Kredits, Start des förmlichen Genehmigungsverfahrens, das zwei Jahre dauern kann, und die Teilnahme an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur mit einer unbekannte Wartezeit. Zuletzt dann der Bau der Anlagen, der mit drei Monaten veranschlagt wird. Danach könnte es Zornedinger Strom geben, möglicherweise.

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