+
Verkehr war das bestimmende Thema im Zornedinger Bauausschuss: Um nicht im Nebel zu stochern,  hatte zuvor eine Verkehrszählu8ng stattgefunden.

Auslöser ist eine Zählung

Verkehr bleibt Dauerthema in Zorneding

Rund eine Stunde hat der Bauausschuss der Gemeinde Zorneding über Verkehrsthemen diskutiert. Auslöser war eine Verkehrszählung, die der Gemeinderat im Februar beschlossen hatte und deren Auswertung nun vorliegt.

Zorneding –  Gemessen wurde im April eine Woche lang rund um die Uhr an drei Punkten im Schmiedweg, in der Linden- und Bahnhofstraße.

In der Lindenstraße fließt den ganzen Tag über relativ konstanter Verkehr mit Spitzenwerten am Morgen und am Abend von jeweils knapp 40 Fahrzeugbewegungen pro Stunde und Fahrtrichtung. In der Bahnhofstraße liegen die Spitzenwerte zur Rushhour bei etwa 140 Fahrzeugbewegungen, jedoch nur in nördlicher Richtung aufgrund der Einbahnstraßenregelung. Entsprechend fließt auch im Schmiedweg vor allem Verkehr in westlicher Richtung mit ähnlichen Zahlen wie in der Bahnhofstraße.

Mayr: Unfallgefahr entschärft

„Da fragt sich, ob überhaupt Verkehrsmaßnahmen nötig sind. Die Einbahnregelung ist mittlerweile akzeptiert und die Unfallgefahr entschärft“, sagte Bürgermeister Piet Mayr (CSU).

Gutachten wird abgewartet

Bianka Poschenrieder (SPD), deren Fraktion im Februar zusammen mit der FDP den Antrag gestellt hatte, den östlichen Teil des Schmiedwegs in eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung nach Westen umzuwandeln, betonte hingegen, dass aufgrund der vorliegenden Zahlen eine Einbahnstraße im Schmiedweg sinnvoll sei. Letztlich wurde aber beschlossen, hier das im Juli beschlossene Verkehrsgutachten abzuwarten, das eine genaue Analyse der Verkehrsströme ermöglicht.

Huiberweg öffnen?

Diskutiert wurde aber auch über die Öffnung des sogenannten Huibergweges, den Weg zwischen Lindenstraße und Wasserburger Straße auf Höhe des Alpenvereinshauses. Dazu hatte ein Ingenieurbüro Pläne bezüglich der Ausgestaltung vorgelegt, denn wie Bürgermeister Mayr erläuterte, handelt es sich hier um einen Kiesweg, der bei Starkregen Probleme verursacht und bei dem auch kein Winterdienst möglich ist. Eine mögliche Straßenbefestigung sei deshalb mit Kosten verbunden. „Ein großer Ausbau wird doch gar nicht gewünscht“, entgegnete Helmut Obermaier (Grüne). „Der Weg soll nur für Anlieger-Pkw freigegeben werden, könnte aber vielen Fahrzeugen vom Osten der Lindenstraße einen unnötig langen Weg durch die Lindenstraße und den Schmiedweg ersparen. So könnte man den Schmiedweg entlasten, auch hinsichtlich des dort entstehenden Kindergartens, und den Verkehr so aufteilen, wie die Straßen ihn aufnehmen können.“

Lesen Sie auch: Rieseninteresse an Photovoltaik in Zorneding

Dem stimmte auch Wilhelm Ficker (Freie Wähler) zu, doch Ferdinand Glasl (CSU) gab zu bedenken: „Viele Radfahrer nutzen den Weg, wenn sie zum Sportplatz wollen. Jetzt ist das für Kinder ein sicherer Weg, warum sollen wir den ohne Not freigeben?“

Auch interessant: Bahnhof wird von DB als barrierefrei bezeichnet, ist es aber nicht

Ficker entgegnete: „Man kann da mit dem Auto eh nicht schneller als 20 km/h fahren, ich sehe da keine Gefahr.“ Nach langer Diskussion stimmten schließlich sechs von acht Ausschussmitgliedern für die Öffnung des Huibergweges – allerdings vorbehaltlich des Ergebnisses einer Verkehrsschau, die zuvor stattfinden muss.

Susanne Edelmann

Lesen Sie auch: Jugendlicher (13) fährt mit E-Roller – Seine Mutter bekommt Anzeige

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Poings Problembaustelle soll im Juli 2020 endlich fertig sein
Der Neubau der Grundschule Karl-Sittler-Straße gilt als die Problembaustelle in Poing. 2,5 Millionen Euro Mehrkosten und Fertigstellung ein Jahr später als geplant.
Poings Problembaustelle soll im Juli 2020 endlich fertig sein
Die Sternemacherin von Steinhöring
Susanne Kneidl aus Steinhöring  bastelt aus Getränkedosen höchst dekorative Sterne. Wir haben sie besucht.
Die Sternemacherin von Steinhöring
Nach schrecklichem Frontal-Zusammenstoß: Feuerwehr zollt unbekannter Ersthelferin größten Respekt
Die Feuerwehr Grafing hat sich bei einer unbekannten Frau bedankt, die durch ihr vorbildliches Verhalten nach einem schlimmen Unfall womöglich Menschenleben gerettet hat.
Nach schrecklichem Frontal-Zusammenstoß: Feuerwehr zollt unbekannter Ersthelferin größten Respekt
Poing ist mehr als ein Haufen Häuser
Rund 150 Besucher waren zur Premiere des etwas anderen Heimatfilms „Geh mal raus!“ gekommen. Der zeigt, dass Poing viel mehr ist als nur Häuser.
Poing ist mehr als ein Haufen Häuser

Kommentare