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Falk Skeide von „DEINE Alternative“ (rechts) mit Max Riedl vom Genossenschaftsverband Bayern im vollbesetzten Neuwirt-Saal in Zorneding. 

Großer Andrang bei Genossenschaft

Zorneding bekommt Unverpackt-Laden

Über 100 Interessierte  waren zum Infoabend der Genossenschaft „DEINE Alternative“ gekommen, um sich über plastikfreien Einkauf zu informieren. Der eigene Laden rückt näher.

Zorneding – „Wir sind überwältigt“, strahlte Falk Skeide, Gründungsmitglied der Genossenschaft, und erzählte, dass alles mit einem Gespräch von Alexandra Skeide und Daniela Delges über die Vermeidung von Plastikmüll begann. Beide Mütter teilten den Traum eines Unverpackt-Ladens an ihrem Wohnort Zorneding. 

Rund eineinhalb Jahre später ist der Traum in greifbare Nähe gerückt: Max Riedl vom Genossenschaftsverband Bayern brachte an diesem Abend die Gründungsurkunde mit. „Es war mir ein gigantisches Vergnügen, mit diesem Gründungsteam zusammenzuarbeiten“, betonte er. „Sie waren genial vorbereitet und haben einen tollen Businessplan.“

Allerdings: Der geplante Verkaufsraum nahe des Norma-Discounters (wir berichteten) kommt wegen einer Mietvertragsklausel nun doch nicht in Frage. Laut Falk Skeide hat die Genossenschaft aber schon einige andere Optionen im Blick.

Im Oktober soll‘s losgehen

Abhängig von den Räumlichkeiten sollten ab Oktober trockene Waren wie Kaffee, Tee, Müsli, Reis und Getreide angeboten werden, aber auch Hygieneartikel sowie regionales Obst und Gemüse. Alle Waren sind unverpackt und können von den Kunden in mitgebrachte Gefäße oder Pfandboxen gefüllt werden.

„Wir sind mit den Bauern der Region im Gespräch“, berichtete Alexandra Skeide. Zwar sollen die Waren möglichst Bio-Qualität haben, im Zweifel wird der Regionalität aber der Vorzug gegeben: „Die Umstellphase von konventioneller auf biologische Landwirtschaft dauert Jahre. Wir würden gerne auch hiesige Bauern unterstützen, die sich gerade in der Umstellphase befinden“, erläuterte sie und erntete dafür großen Beifall.

Die Preise sollen sich am Niveau von Naturkostläden orientieren: „Wir hätten gerne das Produkt im Fokus und die Arbeit, die darin steckt.“ Kiwis aus Übersee werde es nicht geben, wohl aber Kakao und Schokolade – allerdings nur solche, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurde.

Anteile zu 200 Euro

Wer Mitglied werden will, kann Anteile zu einmal 200 Euro erwerben. Mitglieder können im Laden vergünstigt einkaufen, über eine etwaige Gewinnausschüttung entscheidet die Mitgliederversammlung einmal im Jahr. Beim Austritt erhält man seine Anteile zurück, auch die Haftung ist auf die Summe der Geschäftsanteile beschränkt. Auf Fragebögen konnten die Besucher ihre Ideen und Wünsche notieren. Auch die gewünschten Ladenöffnungszeiten wurden abgefragt. Viele Berufstätige wünschen sich eine Öffnung in den Abendstunden.

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„Auf Dauer ist das ehrenamtlich nicht zu stemmen“, räumte Skeide ein. Deshalb wurden im Finanzplan von vorneherein fünf 450-Euro-Stellen eingeplant. Zwei Stunden lang beantwortete das Team viele Detailfragen der interessierten Besucher und Riedl betonte: „Natürlich braucht eine Genossenschaft Mitglieder, aber auch Kunden! Je regelmäßiger Sie dort einkaufen, umso besser.“

Susanne Edelmann

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