Zorneding kommt nicht zur Ruhe

Boher (CSU) legt Gemeinderatsmandat nicht nieder

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Zorneding - Sylvia Boher, frühere CSU-Vorsitzende von Zorneding, die mit einem hetzerischen Artikel gegen Flüchtlinge im örtlichen Parteiblatt den Rücktritt des dunkelhäutigen Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende mit ausgelöst hatte, lehnt einen Rückzug aus dem Gemeinderat kategorisch ab.

Die Sitzung des Zornedinger Gemeinderats am Donnerstagabend war mit Spannung erwartet worden. Knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt des katholischen Pfarrers der Gemeinde, der Morddrohungen erhalten hatte, wollte die SPD in der Sitzung den Antrag stellen, dass alle Fraktionen Sylvia Boher auffordern sollten, ihr Mandat niederzulegen. Doch die Genossen zogen ihren Antrag zurück. Der Grund: Er war obsolet geworden, nachdem Bürgermeister Piet Mayr zu Beginn der Sitzung eine Erklärung abgegeben hatte.

Mayr sagte vor rund 50 Zuhörern im Rathaus, dass er Boher "erneut gebeten" habe, ihr Mandat niederzulegen, um weiteren Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Das habe die 51-Jährige "kategorisch" abgelehnt. Der Gemeinderat habe keine rechtliche Handhabe, Boher aus dem Gremium auszuschließen, da er sich so gegen das Wählervotum stellen würden. "Im Namen aller Bürger" richtete Mayr die Aufforderung an Boher, "weiteren Schaden von der Gemeinde abzuwenden".  

Im Herbst 2015 hatte es eine Kontroverse zwischen dem Seelsorger Ndjimbi-Tshiende, seiner Gemeinde und der örtlichen CSU gegeben.  Boher löste mit einem Beitrag im „Zorneding Report“ einen Skandal aus, weil sie auf polemische Weise gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und deren Flüchtlingspolitik sowie Bundespräsident Joachim Gauck wetterte. Von ihrem Amt als örtliche Parteichefin war sie zurückgetreten.

Erst vor wenigen Tagen hatten sich CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner und CSU-Kreisvorsitzender Thomas Huber in einem Brief an Boher gewandt und sie aufgefordert, ihre verbliebenen Parteiämter im Bezirks- und Kreisvorstand der Partei abzugeben. Auf dieses Schreiben reagierte die Zornedingerin bisher nicht. Im April will sich der CSU-Bezirksvorstand mit der "Causa Boher" beschäftigen.

An der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend nahm die 51-Jährige übrigens nicht teil. Sie sei krank, hieß es.

Rubriklistenbild: © jro

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