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Rund 3000 Menschen demonstrierten in Zorneding gegen Fremdenhass, nachdem der dunkelhäutige Pfarrer des Ortes seinen Rücktritt erklärt hatte.

Gemeinsamer Brief an die Zornedingerin

CSU-Spitze fordert Rückzug Bohers

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Zorneding - Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es passiert: CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner und Kreisvorsitzender Thomas Huber haben die frühere CSU-Ortsvorsitzende von Zorneding, Sylvia Boher, schriftlich zum Rückzug von ihren Ämtern aufgefordert. 

Aigner und Huber begründen ihre Aufforderung mit dem Ärger darüber, wie sich die Gemeinderätin zum Rücktritt des katholischen Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende geäußert hat. Boher hatte in einem Pressegespräch gesagt. Im Leben gibt es Ankünfte und Gehen. Das ist ein normaler Prozess".

Hier der Wortlaut des Schreibens der Ministerin und des Landtagsabgeordneten:

Sehr geehrte Frau Dr. Boher, liebe Sylvia,

mit großer Sorge um die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land haben wir uns in den letzten Tagen intensiv mit den Umständen, die zum Rücktritt von Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende geführt haben, beschäftigt.

Im vergangenen November haben wir Deine Entschuldigung für Deine undifferenzierten Äußerungen zur Flüchtlingskrise im „Zorneding-Report“ akzeptiert und sehen es jetzt auch als positiv an, dass Du Dich mit Pfarrer Ndjimbi-Tshiende ausgesprochen und versöhnt hast.

Trotzdem möchten wir Dich bitten, dein Amt im CSU-Bezirksvorstand Oberbayern und im CSU-Kreisvorstand Ebersberg bis auf weiteres ruhen zu lassen. Der Imageschaden für unsere Partei, der durch die Vorfälle in Zorneding entstanden ist, bereitet uns große Sorgen. Wir möchten, dass die CSU in Zorneding zur Ruhe kommt und sich neu aufstellen kann.

Wir hätten uns darüber hinaus gewünscht, dass Du Dich öffentlich in Bezug auf Pfarrer Ndjimbi-Tshiende, den Umständen angemessen und mit mehr Respekt äußerst, wir dürfen zitieren: „Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sagte sie: "Im Leben gibt es immer Ankünfte und Gehen. Das ist ein normaler Prozess." (Spiegel Online, 8.3.2016).

Diese zynische Betrachtungsweise des Rücktritts, der durch rassistisch motivierte Morddrohungen ausgelöst wurde und den wir seitens der CSU-Führung in Oberbayern, bedauert haben, finden wir unsäglich und bitten Dich herzlich, solche Äußerungen künftig zu unterlassen."

   

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