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Die bauwillige Familie Schwarz vor der Zornedinger Antoniuskapelle. Wegen des denkmalgeschützten Gebäudes bleibt der Familie das Baurecht auf ihrem Grundstück verwehrt.

Gemeinderat Zorneding

Bauanträge: Der eine darf, der andere nicht

Zorneding - Ein Supermarkt darf vergrößern, einer Familie wird auch nach 30 Jahren intensiver Bemühungen die Baugenehmigung verwehrt: Der Zornedinger Gemeinderat diskutierte intensiv zu zwei Bauanträgen.

Der Discounter in der Münchner Straße in Zorneding darf erweitern. Das beschloss der Gemeinderat in seiner April-Sitzung. Die Supermarktkette Norma möchte mit der Erweiterung der zunehmenden Konkurrenz durch andere Discounter und Lebensmittelgeschäfte in Pöring und Eglharting entgegentreten, hieß es in der Begründung.

Dazu soll an das bestehende Gebäude im Süden ein Erweiterungsbau angesetzt werden. An den vorhandenen Parkplätzen ändert sich nichts. Zwar meinte Helmut Obermaier (Grüne): „Die Erweiterung dient nicht unbedingt zur Sicherung der Versorgung unserer Bürger, denn Norma wird sein Sortiment nicht ausweiten, nur weil der Markt etwas größer ist. Insofern sehen wir die Erweiterung als unnötig, werden dem Antrag aber trotzdem zustimmen, weil wir grundsätzlich ein Geschäft im Zentrum befürworten.“

Wilhelm Ficker (FWG) fand den Baukörper im Zentrum hingegen „fehlplatziert“: „Es wäre schöner, wenn der Anbau nach vorne zur Straße hin erfolgen könnte und dafür die Autos nach hinten verschwinden würden. Deshalb stimme ich dagegen, auch wenn ich damit vermutlich alleine bin.“

Werner Hintze von der SPD entgegnete: „Der Parkplatz mit normalen Pkw bietet dem Auge doch geradezu eine Erholung zu dem Stierblutrot der Häuser gegenüber.“ Letztlich stimmten die Zornedinger Gemeinderäte dem Bauantrag – mit einer Gegenstimme von Ficker – mehrheitlich zu.

Antoniuskapelle: Denkmalschutz geht vor Bauinteresse

Abgelehnt wurde hingegen der Antrag auf Vorbescheid, den Tobias Schwarz zum Neubau eines Einfamilienhauses auf seinem Grundstück an der Flur eingereicht hatte. Das Problem an diesem Grundstück: Darauf steht die Antoniuskapelle, 1683 erbaut und somit das älteste Gebäude der Gemeinde.

Seit 30 Jahren will die Eigentümerfamilie daneben ein Haus bauen, darf aber nicht: Der Flächennutzungsplan sieht zwar rundherum Bauland vor, nicht jedoch auf dem Grundstück von Familie Schwarz, weil sonst laut Denkmalschutz die Sicht auf die Kapelle beeinträchtigt würde.

Vielmehr sei hier eine Grünfläche im Außenbereich: „Das ist sozusagen ein Ausnahmegrundstück, das vom Planungsverband wegen der Sichtbeziehung zur Kapelle und wegen der traditionellen Nutzung als Schlittenberg so deklariert wurde“, hatte Bürgermeister Piet Mayr im vergangenen Herbst erläutert, nachdem die Familie Schwarz zum wiederholten Male bei ihm angefragt hatte.

Diese Anfrage hatte er negativ beschieden (wir berichteten), deshalb versuchte es die Familie Schwarz nun über einen Antrag an den Gemeinderat. Wieder ohne Erfolg: Auch dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Eigentümerfamilie wollte sich gegenüber der Heimatzeitung nicht zu der Entscheidung äußern.

von Susanne Edelmann

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