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Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende trat nach Morddrohungen von seinem Amt in Zorneding zurück. Nun ist ein Nachfolger gefunden - wenigstens bis zum Herbst.

Ehemaliger Militärgeneralvikar

Ersatz-Pfarrer für Zorneding ist gefunden

Zorneding - Eineinhalb Wochen nach dem Rücktritt des mit Mord bedrohten dunkelhäutigen Pfarrers von Zorneding hat das Erzbistum einen Nachfolger für den 66-Jährigen ernannt. Dieser bleibt aber nur bis Herbst.

Ab sofort leite Prälat Walter Wakenhut die Pfarrei der nahe München gelegenen Gemeinde, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat am Mittwoch mit. Der 73-Jährige werde vom 1. April an die Gottesdienste dort halten. Bis dahin würden die priesterlichen Dienste von Vertretungen wahrgenommen. Wakenhut soll die Pfarrei bis Herbst leiten. Dann soll die Nachfolge des aus dem Kongo stammenden Olivier Ndjimbi-Tshiende endgültig geklärt sein, wie es weiter hieß.

Prälat Walter Wakenhut (73) leitet ab sofort die Pfarrei St. Martin in Zorneding. Der Geistliche Beauftragte des...

Posted by Kath. Pfarrgemeinde St.Martin Zorneding on Wednesday, March 16, 2016

Der Vertreter war Militärgeneralvikar

Wakenhut war von 2000 bis 2013 Militärgeneralvikar im Katholischen Militärbischofsamt in Berlin gewesen. Der aus dem oberbayerischen Burghausen stammende katholische Priester gehört eigentlich zum Klerus des Bistums Passau, lebt aber nahe München. 2007 wurde er vom damaligen Papst Benedikt XVI. zum Apostolischen Protonotar ernannt, der höchsten Stufe der Prälatenwürde in der katholischen Kirche.

Ndjimbi-Tshiende war nach mehreren gegen ihn gerichteten, rassistisch motivierten Morddrohungen Anfang März als Pfarrer zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt. Zu einer Solidaritätskundgebung für den Priester kamen mehrere Tausend Menschen in den knapp 9000 Einwohner zählenden Ort. Eine Online-Petition „Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben“ unterschrieben fast 75.000 Menschen.

dpa

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