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Blick auf das Wohngebiet Daxenberg in Zorneding. Wohin entwickelt sich der Ort? Mit dieser Frage beschäftigte sich Bürgermeister Piet Mayr beim Neujahrsempfang.

Kritische Töne des Bürgermeisters bei Neujahrsempfang

Zorneding fordert: Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxus sein

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Vorbehalte im Ort gegen einen Bevölkerungszuwachs und damit verbundene Bautätigkeit war einer der zentralen Punkte in der Neujahrsansprache von Bürgermeister Piet Mayr in Zorneding.

Zorneding – Bürgermeister Piet Mayr (CSU)  zitierte den Zukunftsforscher Horst Opaschofski, der angesichts von Ängsten der Bürger ein Leitbild des guten Zusammenlebens forderte. „Ich denke, auf den höheren Ebenen bei Bund und Land tut man sich härter, das Zusammenleben ist dort abstrakter, aber hier bei uns ist das anders“, so Mayr. Man sehe dies vor Ort recht deutlich. „Wir leben sehr gut, aber wir könnten besser leben.“ Die Instrumente dazu habe man in der Hand. „Hier in unserer Gemeinde können, sollen und wollen wir diese unmittelbarer anwenden.“ Hier sei Kontakt von Mensch zu Mensch, Nachbar zu Nachbar, Bürger zu Gemeinde direkt und persönlich. „Das macht es manchmal nicht einfacher, aber effizienter für beide Seiten.“

Er erlebe aber zur Zeit „leider eine gewisse neue Tendenz im Ort“, so der Bürgermeister. Das Leitbild eines guten Zusammenlebens werde vorwiegend auf die gerichtet, die schon am Ort lebten. Mayr fragte: „Wie würde unser Ort aussehen, wenn unsere Bürger in der Vergangenheit genauso gedacht hätten.“

Zorneding sei Bestandteil einer lebendigen, wachsenden Region, so der Bürgermeister. „Das ist auch gut so.“ Dadurch werde aber ein gewisser Druck auf das Wachstum der Gemeinde erzeugt. Mayr wies jedoch auch darauf hin, das junge Zornedinger nicht ausreichend Wohnraum vor Ort finden würden, um beispielsweise eine Familie gründen zu können, weil sie sich die Mieten nicht leisten, geschweige denn Eigentum schaffen könnten. Sie müssten teilweise an andere Orte abwandern, „wo das Leben billiger ist.“ Das habe auch Auswirkungen auf Vereine, Feuerwehren, Rotes Kreuz und viele andere ehrenamtliche Organisationen.

„Da sehe ich auch die Gemeinde gefordert, diesem Trend entgegen zu wirken“, so Mayr. Und das gehe nur über bezahlbare Mieten und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. „Bezahlbarer Wohnraum findet aber nicht in Ein- und Zweifamilienhäusern statt.“ Auch viele ältere Personen können sich die teuren Mieten nicht mehr leisten. Alleinstehende lebten in großen Wohnungen oder in Häusern und wollen oder müssen dort raus. Auch da sei die Gemeinde und auch private Investoren gefragt, bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Der Gemeinderat habe deshalb bewusst Projekte ins Leben gerufen, so Mayr. Die Schaffung neuer Kinderbetreuungsmöglichkeiten schreite voran. „Wir haben beispielhafte Wohnbauprojekte initiiert und damit wird auch bezahlbarer Wohnraum für unsere Bürger geschaffen“, so Mayr.

Der Bürgermeister ist zuversichtlich. Der Ort und seine Einwohner hätten sich nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre gefangen. Man arbeite wieder zusammen und viele hätten sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass wieder der Alltag eingekehrt sei. „Wir brauchen auch diese dadurch freigewordene Energie und den guten Willen, die für kommende Vorhaben und Projekte eingesetzt werden sollen oder sogar müssen, um den Ort und unsere Bürger voranzubringen. Da sind wir alle gefragt“, so der Bürgermeister.

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