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Präsentiert sich von je her eher trist: Der Herzogplatz in Zorneding.

Nächster Versuch am Daxenberg

Kunst soll Zornedinger Herzogplatz Leben einhauchen

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Wieder einmal geht es in Zorneding um die Frage, wie das Zentrum am Daxenberg aufgewertet werden kann. Der Gemeinderat befasst sich mit einer Reihe von Ideen.

Zorneding – Mehr Grün, künstlerische Blickfänge und attraktive Veranstaltungen: Nächster Anlauf für eine Verschönerung und Belebung des Herzogplatzes in Zorneding. Aus der Bevölkerung kommen eine Reihe von Vorschlägen. Der Gemeinderat wird sich am kommenden Donnerstag, 29. Juni, in öffentlicher Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

Die Initiative dazu ging von der Gemeinde aus. Die Resonanz auf einen Aufruf aus dem Rathaus an die Bürger „war aber nicht gerade die Welt“, sagt Bürgermeister Piet Mayr (CSU) gegenüber der Ebersberger Zeitung. Mehr Interesse gab es an einer Veranstaltung zum Thema in der Café-Bar Herzog direkt am Platz am Daxenberg. Betreiber Ulrich Fischer sieht den Grund dafür in einer Hemmschwelle, sich an die Behörde zu wenden. In seinem Café, das Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils am Abend geöffnet ist, war die Atmosphäre wohl gelöster. Auch Bürgermeister Mayr kam zum Treffen. „Ich hatte ihn ganz bewusst eingeladen, um die Vorschläge gleich zu bündeln. Er hat angeregt mit den Leuten diskutiert“, sagt Fischer. Der Bürgermeister habe sich die Vorschläge angehört und nicht gleich gesagt „das geht nicht“.

Ulrich Fischer, Betreiber der Café-Bar Herzog. 

In den vergangenen Jahren hatte es schon mehrfach Versuche gegeben, den Platz zu beleben. Die Erfolge waren jedoch gering. Der Platz war gemeinsam mit der Siedlung am Daxenberg in den 1970er Jahren entstanden. In den vergangenen Jahren wurde schon einmal das Areal eben gestaltet, eine Art Forum mit Bänken wurde abgebaut. Auch ein großes Schachspiel, das von niemandem genutzt wurde, wurde entfernt.

Einer der Punkte der Diskussionen der Vergangenheit war: Was kann man mit den Geschäften machen? Doch diese Frage stellt sich heute wohl kaum mehr. „Der Trend ist eindeutig. Als Einzelhändler kannst du hier nicht überleben“, sagt Fischer. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Eine Wiederbelebung in dieser Richtung sieht auch Mayr als „eher unrealistisch“. Das Konzept der 1970er-Jahre funktioniere nicht mehr.

Nachfrage nach Gewerbeflächen gebe es jedoch von Dienstleistern, unter anderem im Gesundheitsbereich, so Fischer. Nachgedacht wird auch erneut darüber, ob ein Wochenmarkt erfolgreich sein könnte.

Die aktuellen Vorschläge haben das Ziel, das Gelände grundsätzlich attraktiver zu gestalten. „Der Platz an sich ist schön“, betont Fischer. Immer wieder in der Diskussion stehen die großen Pilze. Die würde Fischer aber stehen lassen. „Die sind charakteristisch für den Platz.“ Reden müsse man über den Brunnen. Hier sieht auch Mayr Handlungsbedarf. „Das werden wir wohl anpacken.“

Man könne mit einigen kleineren Maßnahmen schon viele erreichen, meint Fischer. Vorgeschlagen wurde unter anderem, ein Podest aufzustellen, auf dem Künstler ihre Werke präsentieren können. In regelmäßigen Abständen könnten dann die Skulpturen durch andere ersetzt werden. Eine weitere Idee: Eine ausrangierte Telefonzelle, die mit Büchern bestückt wird. Angeregt wurden Radlständer und ein WLAN-Hotspot zum kostenlosen Surfen im Internet. In der Diskussion zudem: mehr Grün auf dem Platz, eventuell durch Hochbeete. Oder Anlagen wie in den Lost Gardens of Heligan in Südengland, bei denen große Skulpturen quasi von Pflanzen umschlungen werden.

„Leute sind ja da, daran mangelte es nicht“ sagt Fischer. „Aber viele verkriechen sich in ihren Wohnungen.“ Dass der Platz mit Leben erfüllt werden kann, zeige das alljährliche Kinderfest, das heuer am kommenden Samstag, 1. Juli, stattfinden wird. Der Flohmarkt nur für Kinder beginnt um 9 Uhr. Ab 12 Uhr gibt es Gegrilltes und Steckerlfisch, ab 14 Uhr starten die verschiedensten Attraktionen für Kinder. „Beim letzten Mal war es hier total voll.“

Mitte September ist auf dem Platz ein Flohmarkt geplant. „Wir wollen mal sehen, ob das funktioniert“, so Bürgermeister Mayr. Grundsätzlich müsse man bei allen Vorschlägen den Aspekt der Sicherheit im Auge behalten, gibt der Rathauschef in puncto Feuerwehrzufahrt zu bedenken. „Wir müssen jetzt im Gemeinderat darüber diskutieren, was wir wann und wie umsetzen können.“

Termin

Die öffentliche Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 29. Juni, beginnt um 19 Uhr.

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