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Auf dem Zornedinger Friedhof gelten ab sofort neue Regeln, hat der Gemeinderat beschlossen.

Zornedinger Gemeinderat diskutiert neue Friedhofssatzung

Der Leiche hinterhertelefoniert

Dass es im Gemeinderat Zorneding manchmal recht makaber zugehen kann, zeigte die Diskussion zur neuen Friedhofssatzung. Die Wortwahl regte mitunter zum Schmunzeln an.

Zorneding– Anlass für die Diskussion war, dass sich einige Gesetze und rechtliche Grundlagen geändert haben. Deshalb musste die Gemeinde ihre Friedhofs- und Bestattungssatzung komplett überarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen.

Neu enthalten ist nun unter anderem ein Absatz, wonach Grabsteine und Grabeinfassungen nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen dürfen. Steinmetze müssen künftig eine entsprechende Erklärung abgeben.

Die Satzung wurde einstimmig genehmigt, Peter Pernsteiner (FDP) hatte zuvor aber noch einige detaillierte Fragen an die beiden zuständigen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Andreas Schwinghammer und Melanie Riedmann. So wollte er unter anderem wissen, warum eine Leiche unbedingt 24 Stunden vor der Bestattung im Leichenhaus eintreffen müsse. Schließlich gäbe es private Trauerfeiern in anderen Räumlichkeiten, bei denen die Leiche gleich im Anschluss zum Friedhof gebracht und dort bestattet werde, so dass der Zwischenaufenthalt im Leichenhaus entfalle.

Riedmann versicherte, dass dies nach Absprache natürlich möglich sei, jedoch habe man sich grundsätzlich absichern müssen, denn es sei schon vorgekommen, dass die Leiche nicht rechtzeitig zur Bestattung eingetroffen sei und man den Bestattern hinterher telefonieren musste.

In der Münchner Friedhofssatzung ist laut Pernsteiner zudem explizit geregelt, wie viele Urnen in einem bestehenden Erdgrab mit beigesetzt werden dürfen, während dies in der Zorneding Satzung gar nicht erwähnt wird, so dass Pernsteiner nun wissen wollte, ob in Zorneding eine Urnenbestattung im Erdgrab überhaupt möglich sei. Schwinghammer versicherte: „Das wird bei uns auch schon gelebt“, wobei der Begriff „leben“ hier doch ein wenig stutzig machte.

Nicht zuletzt deshalb meinte auch Bürgermeister Piet Mayr abschließend zu dem neuen Regelwerk: „Leben und leben lassen.“

Von Susanne Edelmann

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