Im Westen von Zorneding könnten sich bald Firmen niederlassen, am Rande des Trenngrüns. Foto: sro

Zorneding plant Gewerbe im Grünen

Zorneding - Die Flächen im Pöringer Gewerbegebiet sind allesamt vergeben. Mit einer Ausweitung des Gewerbegebietes westlich der Staatsstraße 2081, also am Ortsrand, beschäftigte sich nun der Gemeinderat.

„Ich bekomme viele Anfragen von Firmen mit Lkw im Fuhrpark“, berichtete Bürgermeister Piet Mayr (CSU). „Westlich der Firma Ammer würde von diesen Firmen keine Beeinträchtigung für den Ort entstehen und die vorhandene Infrastruktur könnte genutzt werden.“ Allerdings: Um dort ein Gewerbegebiet ausweisen zu können, müsste die Gemeinde beim Planungsverband der Regierung von Oberbayern die Streichung eines Trenngrüns beantragen. Das Trenngrün ist im Wesentlichen der Wald zwischen den Gemeinden Vaterstetten und Zorneding. Die Erweiterung des Gewerbegebietes beträfe aber nicht den Wald, sondern lediglich eine derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen dem Wald und dem Grundstück der Firma Ammer.

„Warum steht im Beschlussvorschlag der Begriff Trenngrün, wenn das gar nicht angetastet wird?“, wollte Moritz Dietz (Grüne) wissen. Darauf Mayr: „Ich will das Trenngrün möglichst nicht antasten, habe aber sonst keine Handhabe gegenüber der Regierung. Nur der Abstand zum Trenngrün würde sich durch die Ausweitung des Gewerbegebietes verringern.“

„Das Trenngrün wird vom Landesentwicklungsplan gefordert“, meinte Helmut Obermaier (Grüne). Zudem zweifelte der am Sinn einer Ausweitung des Gewerbegebietes: „Zwischen den Kommunen ist mittlerweile ein richtiger Wettbewerb an Gewerbegebieten entstanden. Viele Flächen stehen leer und die Preise verfallen. Wir haben keinen Bedarf an noch mehr Gewerbe, wir haben Bedarf an zusätzlichem Wohnraum. Der Bürger hätte auch keinen Vorteil von dieser Art von Gewerbe.“

Dem entgegnete Ferdinand Glasl (CSU): „Wohnraum zu schaffen, kostet die Gemeinde Geld und wo soll dieses Geld herkommen?“ Mayr ergänzte: „Durch das Pöringer Gewerbegebiet haben sich die Gewerbesteuereinnahmen verdoppelt.“ Letztlich beschloss der Gemeinderat mit vier Gegenstimmen der Grünen-Fraktion, die Streichung des Trenngrüns beim Planungsverband zu beantragen, um so eine „moderate“ Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets zu ermöglichen.

Susanne Edelmann

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