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Unverpackt-Laden kämpft ums Überleben: Nur jedes fünfte Mitglied kauft ein

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Von: Susanne Edelmann

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Eine Verkäuferin steht allein im Unverpackt-Laden.
Mitarbeiterin Julia Thaller steht allein im Unverpackt-Laden im Zornedinger Ortsteil Pöring. © Susanne Edelmann

Das Geschäft braucht dringend mehr Kunden, der Umsatz stellt die Genossenschaft nicht zufrieden. Neue Ideen sollen gegen die Umsatzeinbußen des Pöringer Geschäfts helfen.

Zorneding – Die Genossenschaft „DEINE Alternative“ ist Betreiber des Unverpackt-Ladens in Pöring. Dessen Umsatz macht den Mitgliedern derzeit großes Sorgen. Das wurde bei einer Mitgliederversammlung thematisiert. Die Genossenschaft hat derzeit 184 Mitglieder, allerdings kaufen davon nur rund 20 Prozent selbst in ihrem Laden ein, wie in der Versammlung zu erfahren war. Hauptursache für die angespannte Finanzlage der Genossenschaft ist aber die Corona-Pandemie, die einen regulären Ladenbetrieb nur teilweise ermöglicht hat.

Wie Aufsichtsratsvorsitzender Falk Skeide erläuterte, wurden inzwischen sämtliche Ausgaben durchleuchtet und Einsparpotenziale ausfindig gemacht. Die Raiffeisenbank Zorneding als Vermieter der Ladenräume komme der Genossenschaft entgegen, indem sie die Miete zeitlich befristet deutlich reduziert. In der Zornedinger Bürgerinformationsbroschüre solle eine Anzeige geschaltet werden, die Kosten dafür würden aus privaten Spenden der Mitglieder, unter anderem auch von Bürgermeister Piet Mayr, beglichen. Darüber hinaus habe sich unter Federführung von Genossenschaftsmitglied Bernhard Just eine „Task Force“ gegründet, die den Vorstand künftig in verschiedenen Bereichen unterstützen will.

Umfrage zeigt: Über einem Drittel der Mitglieder ist beim Einkaufen bio, faitrade und lokal wichtig

So wurde bereits im Vorfeld der Versammlung eine Umfrage erarbeitet, die immerhin von 35 Prozent der Mitglieder beantwortet wurde und wichtige Informationen für die weitere Planung lieferte. Der Umfrage zufolge ist den Mitgliedern beim Einkauf besonders wichtig, dass die Waren plastikfrei, bio, fairtrade und lokal sind. Auch die Transparenz hinsichtlich der Hersteller ist den Mitgliedern wichtig.

Manche Kunden vermissten bestimmte Lebensmittel im Sortiment, doch das Ladenteam ist bemüht, diesen Wünschen entgegen zu kommen. Andere Kunden empfanden die Preise, die Anfahrt und die Öffnungszeiten als etwas störend. Letztere wurden bereits angepasst. Der Unverpackt-Laden ist am Montag, Mittwoch und Samstag durchgehend von 9 bis 16 Uhr geöffnet, am Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 9 bis 14 Uhr und von 16 bis 19 Uhr.

Erneute „Kreiselei“ geplant: Blumentöpfe, Saat und Werkzeug können abgegeben und getauscht werden

Außerdem gibt es auch 2022 wieder die beliebte „Kreiselei“ im Sinne der Nachhaltigkeit: Dafür können im Vorraum des Ladens gebrauchte Produkte aus bestimmten Themenbereichen kostenlos abgegeben und mitgenommen werden. Im Januar und Februar dreht sich dabei alles um das Thema Garten: Getauscht werden können Blumentöpfe, Saatgut sowie Werkzeuge für Garten, Garage oder Werkstatt. Im März können Dekoartikel für Frühling und Sommer gebracht und mitgenommen werden, im April geht es um Stoffe und Nähutensilien, im Mai um Küchen- und Haushaltswaren, im Juni um Büroartikel.

Darüber hinaus können im Laden jederzeit Wachsreste, Korken, alte Handys, Stofftaschen, Eierkartons, Gardinenstoffe und kaputte Jeans abgegeben werden. „Wir blicken auf jeden Fall positiv in die Zukunft“, sagt Genossenschaftsvorsitzende Alexandra Skeide. Nähere Infos auf der Website der Genossenschaft: deine-alternative.com

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