Appell an Staatsregierung und Bundesregierung

Zorneding wird wegen Bahnlärm aktiv

Erneut wendet sich die Gemeinde Zorneding mit detaillierten Forderungen zum Lärmschutz an die Bahn. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Zorneding –  Vor einigen Wochen hat die DB Netz AG den baldigen Einbau von Schienenstegdämpfern unter anderem in Vaterstetten und Zorneding angekündigt. Während diese Maßnahme für Zorneding noch nicht weiter spezifiziert wurde, stellte sich in Vaterstetten heraus, dass es sich dabei lediglich um die gleiche Maßnahme handelt, die bereits in der Vergangenheit mehrmals angekündigt wurde.

Diese ist auch nur für 1000 von insgesamt 3410 Streckenmetern im Gemeindegebiet und nur auf den beiden Ferngleisen vorgesehen. Dabei, so Peter Pernsteiner (FDP), Sprecher der AG Bahnlärm in Zorneding, würden schon jetzt vermehrt Güterzüge, Regionalbahnen und Meridian-Züge auf den S-Bahn-Gleisen fahren und auch auf den Ferngleisen seien die Schienenstegdämpfer bei weitem nicht ausreichend, um den Lärm zu mindern. Zudem drängt die Zeit, da die Bayerische Staatsregierung angekündigt hat, zur Entlastung der österreichischen Autobahn Kufstein – Innsbruck schon bald vermehrt Güterzüge auf der betreffenden Bahnstrecke einzusetzen, so dass sich deren Zahl verdoppeln wird. Ist der Brennerbasis-Tunnel dann erst einmal eröffnet, dürfte sich die Güterzug-Frequenz erneut erheblich erhöhen.

Der Gemeinderat beschloss nun einstimmig, nicht nur die DB Netz AG und das Eisenbahnbundesamt, sondern auch die Bundesregierung und die Bayerische Staatsregierung eindringlich aufzufordern, entlang der gesamten Ausbaustrecke München-Rosenheim für adäquaten Lärmschutz zu sorgen. Dieser Lärmschutz soll nicht an den Gemeindegrenzen enden, sondern auch außerhalb der Bebauung fortgesetzt werden. Zudem soll die Ausbaustrecke als Neubaustrecke bewertet werden, weil dann automatisch andere Lärmschutzkonditionen gelten.

Die Zornedinger AG Bahnlärm hat sich inzwischen mit den angrenzenden Gemeinden vernetzt: „Von Trudering bis Grafing sitzen wir alle in einem Boot“, betonte Pernsteiner. „Wir hoffen, dass wir gemeinsam mehr Aufmerksamkeit bekommen als allein.“

Franz Lenz (Freie Wähler) fand, das sei ein Kampf gegen Windmühlen: „Muss sich eigentlich jede Gemeinde selbst darum kümmern, warum gibt es da keine Landkreis- oder Bezirkszuständigkeit?“, fragte er, worauf Bürgermeister Piet Mayr (CSU) versicherte, die Abgeordneten des Landkreises Ebersberg seien auf allen politischen Ebenen involviert.

Susanne Edelmann

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