Ein Neubau soll nach dem Abriss im Zornedinger Zentrum entstehen. Foto: jro

Mehrfamilienhaus und Büros

Zorneding: Wohnungen statt Brennerei

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Ein Münchner Investor kauft das Areal in zentraler Zornedinger Lage. Der Abriss des alten Brennereigebäudes ist in vollem Gange. Neu gebaut werden soll ein Mehrfamilienhaus mit Büros.

Zorneding – Es ist das endgültige Aus für ein Stück Zornedinger Dorfgeschichte. Rund 100 Jahre wurden in dem ortsbildprägenden Gebäude der Genossenschaft an der ehemaligen Bundesstraße Alkohol gebrannt. Jetzt wurde das Areal an den Münchner Investor „Immosens“ verkauft. Die Abrissbagger rückten in dieser Woche an. Auf dem frei geräumten Gelände soll ein Neubau mit Wohnungen und Büros entstehen.

„Es ist schon schade, wir hätten lieber weiter gebrannt“, so Jakob Festl, Vorstand der Genossenschaft. Als es das deutsche Branntweinmonopol noch gab, war der Aufkaufpreis für den auch von den traditionellen, ländlichen Genossenschafts-Brennereien hergestellten Alkohol staatlich garantiert. Mitglieder der Genossenschaften sind meist örtliche Landwirte. Als das Monopol abgeschafft wurde, konnten sich die kleinen Brennereien nicht mehr halten. Zu billig ist beispielsweise der aus Zuckerrohr hergestellte Alkohol aus Südamerika.

Die Zornedinger Brennerei stand zunächst leer. Vor rund einem Jahr wurde ausgeräumt, die Technik verkauft (wir berichteten). Es gab eine ganze Reihe von Überlegungen, was mit dem Gebäude geschehen sollte. Das Haus für eine neue Nutzung zu sanieren und umzubauen, das konnten sich die Mitglieder der Genossenschaft auch aus finanziellen Gründen nicht vorstellen. Dort selbst neu zu bauen, kam für die Genossen ebenfalls nicht in Frage. Blieb also nur der Abriss und der Verkauf. Ganz abgeschossen ist das noch nicht. Denn die Genossen müssen nun zunächst das Areal auf mögliche Altlasten untersuchen lassen. „Das dürfte aber kein Problem sein“, so Festl. Wenn der Verkauf umgesetzt ist, wird sich auch die Genossenschaft auflösen.

Die Gemeinde hat ein starkes Interesse daran, das zentral gelegenen Areal so zu gestalten, dass das Ortsbild gewinnt.

Was genau auf dem Gelände gebaut wird, ist laut „Immosens“ noch nicht endgültig entschieden. Ein Bauantrag wurde noch nicht gestellt. Es wird aber wohl in Richtung Mehrfamilienhaus mit Büros gehen. „Immosens“ hat übrigen Erfahrungen mit Brennerei-Immobilien. Eines ihrer Projekte ist das Brennerei-areal in Parsdorf.

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