Gemeinderat bremst Mayr ein

Bürgermeister will Luxus-Klo für Zornedinger Bahnhof

Schon lange wird über eine öffentliche Toilette am Zornedinger Bahnhof nachgedacht. Jetzt stieß Bürgermeister Piet Mayr mit seinem teuren Vorschlag allerdings auf taube Ohren. 

Zorneding – Die Zornedinger Gemeindeverwaltung wurde von einem potenziellen Betreiber für einen Kiosk am Bahnhof kontaktiert. Dieser hat mit der Bahn bereits vereinbart, dass zunächst im Herbst probehalber eine mobile Einrichtung aufgestellt werden soll, die dann durch eine feste Lösung ersetzt werden könnte.

Piet Mayr (CSU), Bürgermeister der Gemeinde Zorneding.

Bürgermeister Piet Mayr (CSU) nahm dies zum Anlass, die Errichtung einer Toilette am Bahnhof voranzutreiben. Dafür sollten nun die nötigen Haushaltsmittel eingestellt werden, als Kosten für eine mobile, barrierefreie und selbstreinigende Toilettenanlage wurden 120 000 Euro angesetzt. Das jedoch war den Gemeinderäten zu teuer.

„Der Seniorenbeirat begrüßt ausdrücklich die Errichtung einer Toilette, aber das ist schon sehr teuer“, betonte 2. Bürgermeisterin Bianka Poschenrieder (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Sie habe bereits selbst Angebote eingeholt und die seien nicht teurer als 20 000 Euro, wenngleich es sich dabei nicht um ein selbstreinigendes Modell handle. 

Auch Helmut Obermaier (Grüne) hatte sich erkundigt. So gebe es in der Stadt Aalen das Konzept „nette Toilette“, bei dem Lokale und Geschäfte die Benutzung ihrer Sanitäreinrichtungen für Passanten ermöglichten. Auch Mayr hatte davon schon gehört, das Konzept gibt es in vielen Orten, mit und ohne finanzielle Beteiligung der Kommunen. „Wichtig ist aber, dass diese Toiletten dann auch wirklich für die Allgemeinheit geöffnet haben“, betonte er.

Toilette müsste barrierefrei sein

Ursula Roth (Freie Wähler) gab zu bedenken: „In Zorneding könnten wir aber keine „nette Toilette“ anbieten, die für Rollstuhlfahrer geeignet ist.“ Zumindest nicht in Bahnhofsnähe, lediglich im Rathaus gibt es ein Behinderten-WC, das während der Öffnungszeiten zugänglich ist. Mayr berichtete zudem, dass es künftig im geplanten Rathausanbau eine barrierefreie Toilette geben werde, die rund um die Uhr von außen zugänglich sein soll.

Schließlich zog das Gemeindeoberhaupt selbst den Beschlussvorschlag zurück, Haushaltsmittel für eine 120 000 Euro teure Toilette bereitzustellen. Stattdessen beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, Alternativen zu untersuchen.

Susanne Edelmann

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