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Zornedings Pfarrer hat die Gemeinde längst verlassen. Die Gläubigen kämpfen nun darum, dass er zurückkommt.

Zornedingerin hatte die Idee

Petition für Pfarrer: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

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Zorneding - Zornedings dunkelhäutiger Pfarrer, der die Gemeinde nach Morddrohungen verlassen hat, bekommt Riesen-Unterstützung aus aller Welt. Eine Zornedingerin hat eine Petition gestartet. 

Vor einigen Tagen hatte Julia Peters-Klopp noch mit Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende telefoniert. Die 31-Jährige lebt mit ihrer Familie zwar inzwischen in München, wünschte sich aber, dass der Pfarrer aus ihrer Heimatgemeinde Zorneding (Kreis Ebersberg) im Juli ihre Tochter tauft. Der 66-jährige katholische Priester freute sich über die Anfrage – sagte ihr aber, dass er langfristig momentan keine Termine abmachen könne. Julia Peters-Klopp ahnte nicht, dass der aus dem Kongo stammende Geistliche damals wohl schon entschieden hatte, Zorneding zu verlassen.

Julia Peters-Klopp wusste zwar von der Hetzkampagne, die vor einigen Monaten nach ausländerfeindlichen Äußerungen von Zornedinger CSU-Mandantsträgern begonnen hatte. Doch sie wusste nicht, dass der Pfarrer Morddrohungen bekommen hatte. In den anonymen Briefen standen Säte wie „Ab mit dir nach Auschwitz“. Oder: „Nach der Vorabendmesse bist du fällig.“ Olivier Ndjimbi-Tshiende hatte das Erzbischöfliche Ordinariat in München um seine sofortige Beurlaubung gebeten. Am Montag ist er aus dem Pfarrhaus ausgezogen.

Julia Peters-Klopp erfuhr davon, als sie am Sonntag aus dem Urlaub zurückkam. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, sagt sie. Noch am selben Tag setzte sie sich an den Computer und startete eine Online-Petition für Pfarrer Ndjimbi-Tshiende. Aus Solidarität. „Und weil solche Anfeindungen keinen Erfolg haben dürfen“, sagt sie. „Wir dürfen uns von wenigen, gewaltbereiten Menschen nicht einschüchtern lassen. Wenn wir den Weggang unseres Pfarrers stillschweigend akzeptieren, überlassen wir kriminellen Nationalsozialisten das Feld.“

Als Julia Peters-Klopp an diesem Abend ins Bett ging, hoffte sie auf 100 Unterschriften für den Zornedinger Pfarrer. „Dann wäre die Aktion ein Erfolg“, sagte sie zu sich selbst. Dann wäre es ein Zeichen – vielleicht sogar ein Zeichen, das den Pfarrer umstimmen könnte, hatte sie gehofft. Als sie am nächsten Morgen nachschaute, hatten bereits mehrere hundert Menschen die Petition unterschrieben. Die 31-Jährige hat sich ein neues Ziel gesetzt: 900 Unterschriften – das wären zehn Prozent der Zornedinger. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Nachricht sogar weit über Deutschland hinaus für Schlagzeilen sorgen würde. Zahlreiche nationale und internationale Medien berichteten über Pfarrer Ndjimbi-Tshiende – selbst die New York Times. Seit zwei Tagen steigt die Zahl der Unterstützer im Minuten-Takt. Am Dienstagnachmittag hatten die Online-Petition mehr als 53 000 Menschen unterschrieben.

Zorneding sorgt für internationales Medienecho

Die Kirchenleitung rechnet nicht damit, dass die Petition Pfarrer Ndjimbi-Tshiende umstimmen wird. Der Schritt des 66-Jährigen sei „eine persönliche Entscheidung“, sagte ein Bistums-Sprecher. Kardinal Reinhard Marx habe das akzeptiert. Auch in der Pfarrei herrsche Verständnis für den Rücktritt des Priesters. Verständnis für die Entscheidung hat auch Julia Peters-Klopp. „Trotzdem hoffe ich noch, dass wir Pfarrer Ndjimbi-Tshiende mit unserem Zeichen der Solidarität in Zorneding halten können“, sagt sie. „Wenn er nach allem was passiert ist, nicht in Zorneding bleiben möchte, müssen wir das verstehen“, betont sie. „Aber wir wünschen uns, dass er nicht aus Angst geht. Er soll wissen, wieviele Menschen hinter ihm stehen.“

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