Riesen-Marihuana-Pakete per Post

Zorneding - Zwei Männer aus Augsburg haben sich 250 Kilogramm Marihuana per Post aus Holland schicken lassen und in Portionen an ein Netzwerk von Abnehmern verkauft.

Jahresumsatz: 40 000 Euro. Doch seit März 2014 ist Schluss: Die beiden hochprofessionellen Drogendealer wurden von der Polizei geschnappt. Sie sitzen nun für sechs bzw. sieben Jahre in Haft. Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Jetzt sind ihre Abnehmer dran. Darunter drei Männer aus dem Kreis Ebersberg.

Die Polizei fand bei den beiden Augsburger Drogenbaronen sorgfältig geführte Käuferlisten. Darauf: unter anderem Name und Adresse von Andreas P. (Name geändert), damals wohnhaft in Zorneding, heute in Grasbrunn. Der wegen Drogenhandels vorbestrafte 32-Jährige saß nun vor dem Amtsgericht Ebersberg. 100 Gramm Cannabis soll die Lagerfachkraft bei den Augsburgern gekauft haben. An Richter Marcus Nikol und seinen Schöffen war es nun, herauszufinden, ob P. das Gras ausschließlich selbst geraucht, oder wiederum weiterverkauft hat. Am Ende kam P. auf Bewährung davon.

„Der Erwerb wird eingeräumt“, erklärte Verteidiger Martin Kämpf auf Wunsch des Angeklagten bereits zu Beginn der Verhandlung, während letzterer beschämt zu Boden schaute. Ende 2012 habe P. das Gras zum vergleichsweise günstigen Grammpreis von 6,50 Euro gekauft. „Jedoch ausschließlich für den Eigenkonsum“, so Kämpf weiter. Schließlich habe P. damals täglich etwa ein Gramm konsumiert. „Ich war halt abhängig“, beteuerte P. mehrmals achselzuckend. Der günstige Preis sei „einfach eine gute Gelegenheit“ gewesen, ordentlich zuzuschlagen. Deshalb die große Kaufmenge.

Die Staatsanwältin wollte das alles nicht glauben. Immerhin hatte man bei einer Hausdurchsuchung bei P. nicht nur 35 Gramm Marihuana, sondern auch eine Feinwaage gefunden. Wofür habe P. dieses Gerät gebraucht, wenn er damit nicht große Mengen Gras zum Weiterverkauf portioniert hat? „Zum Kontrollieren“, gab der Angeklagte an. Er habe den gekauften Stoff gerne nachgewogen, um sich gebenenfalls bei seinem Dealer zu beschweren. „Absolut plausibel“, fand der Verteidiger. Außerdem konnten weder Käufer von P. noch Verpackungsmaterial bei ihm gefunden werden, so Kämpf.

Immer wenn er von der Arbeit gekommen ist, sei der Angeklagte mit den Hunden raus und habe drei oder vier Joints geraucht. Seine Freundin sollte nichts merken. 2013 sei er in einem Internet auf einen Zornedinger gestoßen, der regelmäßig bei den Augsburger Dealern gekauft hatte. Über diesen Vermittler bestellte auch K. dort. „Ein einziges Mal“, sagte er. Das Geld, 650 Euro, habe er dem Zornedinger gegeben, das Drogenpaket sei jedoch an die eigene Adresse gegangen.

Heute kiffe er nicht mehr, beteuerte P.. Mit der Hausdurchsuchung der Polizei habe er den Konsum aufgegeben, sich in Gesprächstherapie begeben. Der 32-Jährige nutze seine Zeit nun sinnvoll und mache eine Weiterbildung. Weil ihm das Gericht keinen Handel mit dem Gras nachweisen konnte, blieb es wegen Besitzes einer „nicht geringen Menge Marihuana“ bei einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Die Verhandlungen gegen P.s Vermittler an die Augsburger und einen weiteren Gras-Käufer, beide aus Zorneding, folgen im März.

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