Zornedinger dürfen länger feiern

Zorneding - Der Gemeinderat debattiert über Schlusszeiten von Veranstaltungen und kommt den Vereinen entgegen.

Gute Nachrichten für Zornedings Vereine: Auf ihren Veranstaltungen darf künftig länger gefeiert werden. Das hat der Gemeinderat nun nach längerer Debatte beschlossen.

Bisher war es üblich, dass eine Stunde vor Veranstaltungsende entweder Musik oder Ausschank beendet werden mussten, das jeweils andere eine halbe Stunde vor dem offiziellen Schluss. Diese Staffelung sollte dazu dienen, dass die Veranstaltung um 3 Uhr morgens auch wirklich zu Ende ist. Bei der Sitzung des Zornedinger Vereinskartells im vergangenen Oktober machte Moritz Dietz, Grünen-Gemeinderat und zudem Vorsitzender des Vereins Jüngste Kultur, den Vorschlag, diese Staffelung zu überdenken und sowohl Musik als auch Ausschank erst um 2.30 Uhr enden zu lassen. Unterstützung für seinen Vorschlag fand er bei zahlreichen anderen Zornedinger und Pöringer Vereinen, so dass nun ein entsprechender Antrag im Gemeinderat behandelt wurde.

Die Gemeindeverwaltung hingegen schlug vor, das Musikende generell auf spätestens zwei Uhr und das Ausschankende auf 2.30 Uhr festzusetzen, da sich immer mehr Bürger über den Lärm bei Veranstaltungen beschwerten. Wilhelm Ficker, FWG-Gemeinderat und Vorsitzender der „D’Bianga“, sah das völlig anders: „Die Gemeinde reglementiert immer mehr, und die Vereine haben keinen Spielraum mehr. Dabei sollte man den Vereinen, die jahrelange Erfahrung in der Organisation der Feste haben, doch zutrauen, das selbst zu regeln. Viele Vereine klagen, dass man heute schon kuschen muss, wenn sich nur zwei Leute beschweren.“ Im Hinblick auf das Weinfest der „D’Bianga“ meinte er: „Es wäre schön, wenn wir den Ausschank verlängern könnten.“ Auch Ursula Roth (FWG) fand, dass die Gemeinde bei Beschwerden gelassener und selbstbewusster auftreten solle: „Wir haben eh nicht so viele Feste und die, die wir haben, finden am Wochenende statt, so dass man am Tag danach ausschlafen kann.“ Werner Hintze (SPD) ergänzte: „Wir müssen doch dankbar sein für jeden Verein, der überhaupt was macht.“ Ferdinand Glasl (CSU), Mitglied beim Zornedinger Burschenverein, machte schließlich den Vorschlag, das offizielle Ende der Veranstaltungen auf vier Uhr zu verlegen. Die Musik solle aber schon um 2.30 Uhr enden, der Ausschank spätestens um 3.30 Uhr. Diesem Vorschlag schlossen sich die Gemeinderäte mit großer Mehrheit an.

Susanne Edelmann

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