Sitzt der? – Die Zornedinger Stockschützen beobachten gebannt, ob Vorstand Albert Obermaier (87, Mitte mit Hut) sein Schub gelingt. Foto: sro

Rentner suchen Nachwuchs

Zorneding - Die Zornedinger Stockschützengemeinschaft spielt seit 20 Jahren jede Woche - außer wenn es regnet. Stockschießen hält jung.

„Ich habe mit dem Eisstockschießen angefangen, als ich den Stock tragen konnte“, sagt Albert Obermaier und grinst. Heute ist er 87 Jahre alt, immer noch fit und in seinem Lieblingssport aktiv. „Stockschießen hält eben jung“, meint er.

18 Aktive treffen sich regelmäßig montags und donnerstags jeweils am Nachmittag ab 13 Uhr auf den Bahnen am Zornedinger Sportzentrum. Sie nennen sich „Stockschützengemeinschaft“. Alle Mitglieder sind im Rentenalter. Vor 20 Jahren hat Albert Obermaier die Gruppe gegründet. „Wir schießen nur zum Spaß“, erklärt der ehemalige Postbank-Angestellte. Teams spielen miteinander und gegeneinander. Das verlorene Spiel kostet 50 Cent pro Person. „Ein bisschen Anreiz muss schon sein.“

Als Obermaier mit seiner Familie 1972 nach Zorneding zog, fand er eine Spielstätte. Die Thaler Lacke in Pöring war im Winter gut besucht. „Im Herbst sind wir mit dem Boot über das Wasser und haben reingefallene Äste rausgeräumt.“ Die Feuerwehr hielt dann dort eine Übung ab, die Lacke wurde dabei mit Wasser gefüllt. Heute sei aber alles vermoost und die Lacke nicht mehr zum Eisstockschießen zu gebrauchen.

Als die Rentner vor 20 Jahren zusammenfanden, damals waren sie zu acht, gab es aber eine Alternative, eine frisch erneuerte Asphaltbahn am Sportzentrum. Und jetzt wurde die beanspruchte Bahn durch die Gemeinde wieder umgebaut. Ein besonderes Pflaster bietet den Untergrund, an der Seite gibt es Banden aus Holz und mit Sand gefüllten Feuerwehrschläuchen. Gebaut wurde die Anlage von einer Spezialfirma. Die Stockschützen haben aber einiges an Eigenleistung eingebracht. „Damit es für die Gemeinde nicht so teuer wird.“

„Die Spielsprache ist Originalbayrisch“, erklärt Obermaier. „Wir haben auch zwei Preißn dabei, denen muss man das dann halt erklären.“ Es ist eine fröhliche Runde, die sich da regelmäßig trifft. Gemeinsame Feste werden ebenfalls gefeiert, auch zusammen mit den Ehefrauen. Im Mittelpunkt steht aber das Stockschießen. „Wenn wir spielen, dann wird über nichts anderes geredet. Höchstens noch über 1860“, meint Obermaier verschmitzt. Wer bei ihnen mitmache, der müsse etwas Streit vertragen können. „Beleidigt darf man nicht sein, wenn man geschimpft wird.“ Schließlich ist es ein Mannschaftssport. Man gewinnt und verliert eben gemeinsam. Bei Regen wird übrigens nicht gespielt. „Die Bahn hält das aus und für die Stöcke ist es auch kein Problem, aber wir werden nass“, so die Erklärung.

Weil einige Mitglieder inzwischen in die Jahre kommen, suchen die Rentner Nachwuchs. „Etwas vom Stockschießen sollte sie schon verstehen“, so Obermaier. „Wir haben schon einige Neue, die müssen noch viel lernen, aber das geht. Und vielleicht findet ja jemand zur Gruppe, der auch Schafkopfen kann. „Früher haben wir nach dem Stockschießen noch gekartelt“, erzählt Obermaier. „Wenn es geregnet hat, dann auch etwas länger. Aber heute geht nichts mehr zam.“

Kontakt

Wer bei der Stockschützengemeinschaft mitmachen will, kann sich bei Albert Obermaier unter Tel.: (0 81 06) 2 23 42 melden oder einfach an den Spieltagen vorbeikommen.

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