Partei in Bedrängnis

Pfarrer erwägt Anzeige wegen "Neger"-Zitats von Zornedings CSU-Vize

Nach der Affäre um die umstrittene Ortsvorsitzende nun der nächste Skandal in der Zornedinger CSU: Parteivize Johann Haindl äußerte sich rassistisch über den katholischen Ortspfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende. Der denkt nun über eine Anzeige nach. Haindls Parteifreunde gehen derweil auf Distanz.

Die rassistische Äußerung des Zornedinger CSU-Parteivizes Johann Haindl gegenüber dem dunkelhäutigen katholischen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende könnte ein juristisches Nachspiel haben. Das Erzbischöfliche Ordinariat München teilte am Freitag mit, dass sich der Geistliche rechtliche Schritte gegen Haindl vorbehalte. Zugleich verurteilte Bernhard Kellner, Sprecher von Kardinal Reinhard Marx, die Äußerungen aufs Schärfste.

Johann Haindl

Haindl hatte nach Kritik des Pfarrers am CSU-Ortsvorstand gegenüber der Ebersberger Zeitung gesagt: „Der muss aufpassen, dass ihm der Brem (Altpfarrer von Zorneding, Anm. d. Red.) nicht mit dem nackerten Arsch ins Gesicht springt, unserem Neger.“

CSU-Kreisvorsitzender Thomas Huber distanzierte sich von Haindl und riet dem CSU-Ortsvorstand, das gleiche zu tun. Zudem habe er, Huber, die CSU-Landesleitung gebeten, einen möglichen Parteiausschluss Haindls juristisch zu prüfen.

Zornedings Bürgermeister Piet Mayr reagierte fassungslos: „Das ist absolut nicht hinnehmbar.“ Der Ortsverband prüfe Konsequenzen.

CSU-Ortsvorsitzende und Bezirksvorstand Sylvia Boher, die wegen eines rechtspopulistischen Artikels im örtlichen Parteiblatt selbst in der Kritik steht, meinte, „falls er das so gesagt hat, muss ich ein ernsthaftes Wort mit ihm reden. Rassismus hat in der CSU keinen Platz.“

Haindl selbst bedauerte am Freitag gegenüber der EZ seine Äußerung und gab an, ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer zu suchen. Laut Kreisvorsitzendem Huber bestritt Haindl, besagte Äußerung wörtlich von sich gegeben zu haben.

 ac/ja

Rubriklistenbild: © dpa

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