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Bürgermeister Walter Brilmayer (Bildmitte) erklärt Besuchern am Ebersberger Marktplatz seine Entscheidung, dass der Umzug ausfällt. 

Umzug nach Zugunglück abgesagt

Keinem ist nach Feiern zumute

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Ebersberg - „Ich glaube, heute ist niemand nach Feiern zumute“: Das sagte der Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer am Faschingsdienstagmittag.

Kurz zuvor war die Entscheidung am Marktplatz der Stadt über Lautsprecher von der Faschingsgesellschaft Ebersberg mitgeteilt worden, dass angesichts des schrecklichen Eisenbahnunglücks zwischen Kolbermoor und Bad Aibling das närrische Treiben heuer nicht stattfinden kann. Traditionell nimmt am Ebersberger Faschingszug auch der Prunkwagen der Partnerstadt Bad Aibling teil. Und nicht nur bei diesen Teilnehmern war die Betroffenheit über das schreckliche Geschehen groß.

Den Verantwortlichen ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, wie Brilmayer einräumte. Offenbar war zuerst geplant gewesen, den Zug stattfinden zu lassen. Nach und nach hätten sich aber am frühen Vormittag die Hinweise darauf bestätigt, dass bei dem Zusammenstoß zweier Züge Menschen ihr Leben verloren hatten und unmittelbar danach viele schwer verletzt noch um ihr Leben kämpften.

Umzug abgesagt, Stände geöffnet

Wie der Präsident der Faschingsgesellschaft Ebersberg, Armin Dachgruber, auf Anfrage der Ebersberger Zeitung mitteilte, sei es nach der schnellen Entscheidung leider nicht mehr gelungen, alle anfahrenden Wagen samt deren Besatzungen rechtzeitig zu informieren, weshalb sich einige am vereinbarten Treffpunkt einfanden und dort erst erfuhren, dass der Umzug abgesagt wurde. „Von vielen hatten wir die Handynummern.“ Angesichts der Tatsache, dass niemand zu diesem Zeitpunkt verlässlich abschätzen konnte, wie viele Faschingsbesucher sich trotzdem auf den Weg nach Ebersberg machen würden, wurde beschlossen, die Stände am Marktplatz zu belassen und auch zu bewirtschaften - „aber ohne Musik und Halli-Galli“, wie Dachgruber sagte. „Die Stände werden zum Teil von den Vereinen betrieben, und die sind finanziell in Vorleistung gegangen“, bat er um Verständnis für diese Entscheidung.

In der Zwischenzeit kursierten im sozialen Netzwerk Anfragen von Hilfswilligen, die Blut spenden wollten.

Auch Grafing verzichtet auf den Faschingsendspurt

Auch die Grafinger Faschingsbären hatten angesichts der Ereignisse im Nachbarlandkreis keine Lust mehr zu feiern. Der traditionelle närrische Endspurt fiel aus und auch die Bärenhöhle blieb geschlossen. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer“, sagte Präsident Kurt Koch.

Der Ebersberger Faschingszug schlängelt sich seit dem Jahr 1955 durch die Kreisstadt. Alljährlich kommen Tausende von Besuchern hierher, um diesem Spektakel beizuwohnen.

Mit der Entscheidung, ihn heuer abzusagen, fand er jetzt insgesamt das dritte Mal nicht statt. Abgesagt wurde der Zug wegen des Irakkrieges und ein Jahr später aus Sicherheitsgründen, als ein Sturm über den Ebersberger Marktplatz fegte, dass die Dachziegel vom Rathaus auf die Straße fielen.

Der Faschingsumzug in Pliening fand statt, ebenso wie der Familienfasching der Feuerwehr in der Gemeinde Poing.

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