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Getöpfertes und Wolliges

Shoppen auf zwei Märkten in Vaterstetten

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Vaterstetten - Im Zeichen von zwei großen Märkten, die viele Besucher anlockten, stand am Wochenende die Gemeinde Vaterstetten.

Jubiläum feierte in diesem Jahr der Wollmarkt, der vor 25 Jahren das erste Mal stattfand. Im Vorfeld hatte es eine wochenlange Zitterpartie um die Genehmigung gegeben. Erst 23 Stunden vor der Eröffnung kam das Papier. Am Samstag warteten schon lange vor dem offiziellen Marktbeginn die ersten Kunden auf ihre Stamm-Aussteller, denen sie zum Teil schon seit einem Vierteljahrhundert die Treue halten. Ein Aussteller der ersten Stunde ist Bernd Sander von der Blaudruckerei Henkenjohann & Sander: „Der Markt hat sich toll entwickelt, die Qualität ist gestiegen und das Publikum ist sehr gut.“ Das findet auch Hans Kellner vom Hallertauer Ziegenhof: „Das Publikum hier ist eine bunte Mischung, sehr interessiert. Wir haben viele Stammkunden, die regionale, selbstgemachte Ware schätzen.“

Warum er gerne herkommt, erklärt Kellner so: „Dieser Markt hat für uns einfach Tradition. Anfangs war es eine reine Schaf- und Ziegenprämierung mit ein paar Ständen. Heute gibt es mehr Vielfalt, aber dennoch ist der Markt sich treu geblieben. Es gibt keinen Ramsch, sondern hohe Qualität.“ Dennoch: Ob der beliebte Wollmarkt auf dem Reitsberger-Hof auch 2016 stattfinden kann, ist ungewiss. Das Hin und Her der vergangenen Wochen steckt den Veranstaltern noch in den Knochen. Für Günther Fischer, Vorsitzender der Vereinigung bayerischer Milchschafhalter, ist deshalb klar: „Wenn wir bis März 2016 keinen definitiven Bescheid von der Gemeinde haben, dann gibt es nächstes Jahr keinen Wollmarkt mehr.“

Beim Töpfermarkt gab es eine Neuerung: Nach 25 Jahren hatte der frühere Vaterstettener Sepp Klement im vergangenen Jahr die Organisation des Vaterstettener Töpfermarktes abgegeben. Sein Nachfolger ist Stefan Lobensteiner aus Prien, der neben dem Vaterstettener Markt auch noch 14 weitere Märkte von Klement übernommen hat. „Es läuft alles gut, sehr entspannt“, freute sich Lobensteiner am Samstag Mittag. Der Strom der Besucher riss nicht ab, wozu sicher auch das zwar kalte, aber trockene Wetter beitrug. 92 Aussteller präsentierten ihre Handwerkskunst auf dem beliebten Markt. Dabei fiel auf, dass es heuer weniger Gebrauchskeramik wie zum Beispiel Essgeschirr gab, dafür aber umso mehr Dekogegenstände. „Der Trend geht sicherlich dahin“, bestätigt Lobensteiner. „So ein Geschirr hält ja auch lange, bei Dekorationen hingegen verändern sich die Geschmäcker schneller. Die Aussteller reagieren darauf und ändern ihr Sortiment entsprechend.“

Ein Problem im hochwertigen Töpferhandwerk bleibt der Nachwuchsmangel: „Das ist ein wichtiges Thema, an dem wir arbeiten“, so Lobensteiner. So fördert er beispielsweise auch Ausstellungen von Abschlussklassen der Keramikschulen, wie etwa im Frühjahr in Schloss Schleißheim. Aber nicht nur bei den Ausstellern, sondern auch bei den potentiellen Käufern soll der Nachwuchs gefördert werden. So gab es heuer erstmals auf dem Vaterstettener Töpfermarkt einen Stand, an dem Kinder selbst mit Ton basteln konnten.

Robert Langer

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