CSU und JU: Zweite S-Bahn-Stammstrecke muss her!

Ebersberg - CSU und Junge Union fordern den schnellstmöglichen Bau der zweiten S-Bahnstammstrecke. Dies sei im Interesse der Bewohner des Münchner Umlandes dringend notwendig.

Beide Ebersberger Kreisverbände stellen sich damit am Donnerstag gegen ihre Parteifreunde in der Landeshauptstadt. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben die beiden Vorsitzenden Christa Stewens und Tobias Scheller diese Forderung sowohl Ministerpräsident Horst Seehofer als auch ihren Parteifreunden in den an München angrenzenden Landkreisen mit der Bitte um Unterstützung zugesandt.

„Im Herbst ist der Planfeststellungsbeschluss für das erste Teilstück zu erwarten. Ich gehe davon aus, dass dann auch mit dem Bau begonnen wird“, sagte Stewens. Die den Landkreis durchquerende Linien der S 2 und der S 4 seien Lebensadern für Gesellschaft und Wirtschaft im Landkreis und mittlerweile nicht nur zu Stoßzeiten überfüllt. Durchgängig erhöhte Taktfrequenzen auf beiden Linien seien notwendig.

„Ein Scheitern des bisher geplanten Projekts der zweiten Stammstrecke hätte fatale Auswirkungen auf die Umlandbevölkerung, die auf ein funktionierendes und möglichst störungsfreies S-Bahnnetz dringend angewiesen sind“, sagten Stewens und Scheller. Alternativen wie eine Münchner S-Bahn-Südumgehung und ein sogenannter Nordtunnel als Teil einer neuen Flughafenanbindung, wie sie die Münchner CSU derzeit proklamierten, führten innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre zu keiner Lösung der Überlastungsproblematik, führten Stewens und Scheller weiter aus. Sie verwiesen auf einen Ende Juli von der Ebersberger CSU-Kreisvorstandschaft einstimmig gefassten Beschluss.

Die beiden Vorsitzenden räumten gleichwohl ein, dass es in München und seinem Umland unterschiedliche Interessenslagen gebe. Eine S-Bahn-Südumfahrung bringe neben ihrer auch vergleichsweisen geringen Entlastungswirkung um nur 20 Prozent aber den Bürgern aus dem Umland wenig. Diese wollten direkt und schnell ins Stadtzentrum und nicht von einer Südumfahrung aus dorthin umsteigen.

Dass die zweite Stammstrecke dringend sei, könne man schon daran ablesen, dass bereits ein Jahr nach der Eröffnung der S-Bahn 1973 Überlegungen zu einer zweiten Stammstrecke angestellt worden seien. Hinzu kämen die stetig steigenden Fahrgastzahlen, weil der Landkreis Ebersberg und das Umland Münchens eine Boomregion mit zweistelligen Zuwachsraten sei.

Stewens und Scheller verwiesen auf den in vielen Jahren erfolgten Abwägungsprozess verschiedener Planungsvarianten, bei dem sich eben die zweite Stammstrecke als optimalste Lösung herauskristallisiert habe.

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