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„Wir können nicht alle Verkehrsprobleme der Nachbargemeinden lösen, die hier vermeintlich auf uns übertragen werden“, sagt Martin Wagner, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Vaterstetten.

Zweiter Bürgermeister Martin Wagner: „Können nicht Verkehrsprobleme anderer lösen“

Vaterstetten verteidigt Gewerbepläne

Verfolgt die Gemeinde Vaterstetten eine Gewerbepolitik, die keinerlei Rücksicht nimmt auf die umliegenden Nachbargemeinden?

Vaterstetten – Die Anliegerkommune Feldkirchen droht schon mit einer Klage, weil sich das in Frage stehende, etwa 68 Hektar große Areal fast bis an deren Gemeindegrenze erstreckt.

Auch die Plieninger haben sich zu Wort gemeldet und den Vaterstettener Kollegen eine „unstrukturierte Planung“ vorgeworfen. Jetzt konterte der derzeit amtierende Bürgermeister Martin Wagner in einer Erklärung, in der er diese Vorwürfe zurückweist und die Vaterstettener Gewerbepläne verteidigt.

Die anhaltende Kritik verschiedener nördlicher Nachbargemeinden hat Vaterstettens zweiten Bürgermeister Martin Wagner veranlasst, Stellung zu beziehen zu den Plänen seiner Gemeinde, ein Gewerbegebiet nördlich der A 94 in Parsdorf zu entwickeln.

„In damaligen Zeiten, in denen diese Gemeinden zum Teil größere Gewerbegebiete entwickelt haben, als wir es jetzt anstreben, haben sie die Grundlage für gute bis ausgezeichnete Gewerbesteuereinnahmen gelegt, die in Vaterstetten fehlen. Gerade diese Gemeinden werfen uns heute aber vor, es bestehe keine Notwendigkeit, im Münchner Osten weitere Arbeitsplätze zu schaffen, ohne aber unsere finanzielle Situation zu respektieren“, argumentiert Wagner. Wie er weiter mitteilt, könne man anhand öffentlich zugänglicher Zahlen sehr gut nachweisen, dass die Anzahl der Arbeitsplätze in einer Gemeinde und die Größe der Gewerbegebiete in direktem Zusammenhang mit der Höhe der Gewerbesteuer stehe, die eine Gemeinde erziele.

„Man muss jeder Gemeinde das gleiche Recht zubilligen, das man selbst in Anspruch genommen hat“, sagt Wagner klar, schränkt aber ein: „Natürlich verstehen wir, dass die anderen Gemeinden Bedenken bezüglich der verkehrlichen Erschließung haben. Aber hier wird die Gemeinde Vaterstetten mit einem hohen Millionenbetrag dafür sorgen, dass die verkehrliche Erschließung des neuen Gewerbegebietes, die überwiegend über die A 94 erfolgt, gesichert wird.“ Schon beim Gewerbegebiet Parsdorf II habe man bewiesen, dass das funktioniere. „Aber natürlich können wir nicht alle Verkehrsprobleme der Nachbargemeinden lösen, die hier vermeintlich auf uns übertragen werden“, so Martin Wagner.

Wie berichtet, ist für den Bau des Gewerbegebiets ein Flächentausch zwischen Freistaat und Vaterstetten geplant. Das Gebiet soll über zwei Wege erschlossen werden, nach Osten an die Gruber Straße, sowie über einen neuen Weg nach Westen zur Heimstettener Straße. „Die anderen bauen, und wir bekommen den Verkehr“, argumentieren Feldkirchener Gemeinderäte.

Auch aus Poing kamen Vorbehalte, die ebenso wie die Plieninger Kritiker darauf abhoben, dass das Vaterstettener Vorhaben in seiner Dimension gegen den Landesentwicklungsplan verstoße. Darüber hinaus liege kein ordentliches Konzept für den zusätzlichen Verkehr vor, der durch einen Gewerbepark entstehen würde.

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