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Einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Grafing und Ebersberg wünschen sich die Kreisräte.

Zwischen Ebersberg und Grafing

Ruf nach zweitem Bahngleis wird lauter

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Die Kreisräte wünschen sich einen Ausbau der bisher eingleisigen Bahnstecke zwischen Grafing und Ebersberg. Das wurde im Umweltausschuss deutlich, wo es um mehr Sicherheit am Bahnübergang in Wiesham ging.

Landkreis – Es ist ein klares Signal. Ob es jedoch etwas bringt, ist fraglich. Der Umweltausschuss des Kreistags hat das Straßenbauprojekt am Bahnübergang Wiesham (Stadt Grafing) von der Investitionsliste für das kommende Jahr genommen. Eine Bezuschussung für das Vorhaben durch den Landkreis erfolgt nur, wenn dort ein zweites Bahngleis möglich ist, so die Position der Kreisräte.

Die Kreisstraße EBE 8 kreuzt die Eisenbahnstrecke von Grafing nach Wasserburg bei Wiesham. Der Übergang ist gefährlich, weil es dort keine Schranke gibt. Immer wieder ereignen sich an dieser Stelle Unfälle. Die Bahn plant eine Halbschranke und eine Lichtzeichenanlage mit gelbem und rotem Standlicht, ähnlich einer Ampel. Dazu muss aber auch der Bahnübergang selbst ausgebaut und verbreitert werden. Die Maßnahme allein für den Straßenbau kostet nach Berechnung der Bahn rund 870 000 Euro, die zu je einem Drittel Bahn, Bund und Landkreis tragen sollen. Der Anteil des Landkreises wäre also rund 290 000 Euro, wobei ein staatlicher Zuschuss von rund 145 000 Euro zu erwarten ist. Eine entsprechende „Kreuzungsvereinbarung“ wurde von der Bahn entworfen und mit der Bitte um Unterzeichnung dem Landkreis zugesandt.

Doch das Projekt ist durchaus umstritten. „Eigentlich bräuchte es die ganze Straße nicht“, meint Ilke Ackstaller (Grüne). „Warum der Bahnübergang überhaupt erhalten bleibt, ist mir noch völlig unklar.“ Mit der Eröffnung der Ostumfahrung Grafing verliert die Straße an Bedeutung. Sie wird dann abgestuft, von einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße. Vor einer Übergabe an die Stadt Grafing muss der Landkreis die Straße jedoch noch instandsetzen.

Ackstaller verweist auch auf ein weiteres Thema, nämlich auf ein schon seit Jahren gefordertes zweites Gleis für die Bahnstrecke nach Ebersberg. Denn die eingleisige Strecke entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Wenn man zumindest ein Begegnungsgleis bauen wolle, also eine Lösung, nach deren Umsetzung Züge aneinander vorbei fahren können, dann wäre dies an dieser Stelle möglich, so Ackstaller.

Ähnlich auch die Argumentation ihres Fraktionskollegen Philipp Goldner. Er ist grundsätzlich für mehr Sicherheit an der Stelle. Der Landkreis solle jedoch das Projekt nur mitfinanzieren, „wenn ein zweites Gleis kommt“. Man müsse die Bahn „unter Druck setzen“. Martin Lechner von der CSU betont, Straße und Übergang seien wichtig für die Landwirte. „Irgendwas werden wir dort aber machen müssen.“ Zuerst sollte man mit der Bahn reden, ob der Übergang nicht für eine zweigleisige Strecke ausgelegt werden könne. Dass die Bahn da zustimme, bezweifelt jedoch Johannes Dirscherl vom Landratsamt. In diesem Fall müsste nämlich das Unternehmen wohl die gesamte Maßnahme selbst bezahlen. Verwundert ist Dirscherl über die veranschlagten Kosten für das Projekt. „Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, warum das 900 000 Euro kosten soll.“

Schließlich gibt Vizelandrat Walter Brilmayer (CSU) die Richtung vor. Er warnt vor einer Fehlinvestition. Jetzt den Übergang auszubauen und später für ein zweites Gleis wieder umzubauen, sei „Käse“. Man solle der Sache nachgehen. Zu bedenken gibt Brilmayer jedoch auch: „Wenn man von der Bahn etwas will, dann dauerte das Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte.“

Verschoben hat der Ausschuss ein weiteres Projekt, nämlich die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Parsdorf und Weißenfeld (Gemeinde Vatersteten). In diesem Bereich soll nämlich die Trasse der geplanten Umfahrung Parsdorf/Weißenfeld kreuzen. Deren Bau soll nun zunächst abgewartet werden.

Vorgezogen wird hingegen die Sanierung der Straße von Steinhöring nach Norden bis Helletsgaden (EBE 20). Die Notwendigkeit von Arbeiten dort war bisher nicht mit hoher Priorität eingestuft worden. Inzwischen haben sich aber laut Landratsamt unerwartet schnell wesentliche Verschlechterungen des Zustandes ergeben. Jetzt soll der gesamte Streckenzug auf einmal saniert werden. Kosten: Rund eine Million Euro.

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