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1200 Jahre Grünbach: Adel und Bier verpflichten

Grünbach - Grünbach im Festrausch: Die rührige Dorfgemeinschaft feiert das 1200- jährige Bestehen des Ortes mit adeliger Geschichte.

Mit Grünbach fiebert die Gemeinde Bockhorn der 1200-Jahr-Feier entgegen. Das Programm ist ebenso umfangreich wie die Geschichte des Ortes. Die Nervosität ist allen Beteiligten anzumerken. Grünbach feiert sein 1200-jähriges Bestehen und stellt ein großes Festprogramm auf die Beine. Eingebunden ist die ganze Dorfgemeinschaft, die stolz auf die wechselvolle Geschichte des Ortes ist. Für das Programm hat man sich einiges einfallen lassen.

Nicht nur ein eigens geschriebenes Theaterstück, dessen Titel „Blaues Blut und Weißes Bier“ schon die Ortschronik umreißt. Hinzu kommen noch Konzerte, unter anderem mit Martina Eisenreich und Peter Heger, sowie Ausstellungen, gesellige Treffen und ein umfangreiches Kinderprogramm. Nicht zu vergessen der Abschluss mit einem Festgottesdienst, mit dem Grünbach in das nächste Jahrhundert startet.

Grünbach war

ein Geschenk

Der Anfang Grünbachs war ein Geschenk. Durch den Mönch Liutto der seinen Grundbesitz in „Chronipach“ dem Hochsitz Freising übereignete. Ein Edelfreier mit dem heute eher unsittlichen Namen Porn von Grünbach erschien 1076. Den Grafentitel führte aber erstmals 1197 Bernhard von Grünbach. Die allgegenwärtigen Wittelsbacher beerbten knapp 50 Jahre später den Grafen Otto von Grünbach, aber dazwischen spielten auch die Fraunberger mit, die im 14. Jahrhundert Besitz in Grünbach hatten.

1399 bürgte damit Hiltpolt von Fraunberg und gab ihn der Bürgerlichen Adelheid Schreiber aus Erding als Pfand. Deren Sohn Paul Schreiber erwarb das Gut und änderte seinen Namen zu Kraft. Mit der Zeit stiegen derer zu Kraft von Grünbach auf und erhielten sogar die Hofmarksrechte.

Als 1581 Christoph Kraft kinderlos verstarb, ging die Hofmark an Graf Albrecht von Preysing-Moos. Laut Verzeichnis handelte es sich um ein gemauertes Schloss mit Taverne und Bad.

Freilich war es nur theoretisch und wohl auch nur aufgrund der Taverne eine ansehnliche Mitgift, die dann 1718 dem Grafen von Seinsheim durch Heirat zufiel und nicht zufrieden schien.

Benno Scharl

rettet Grünbach

Das Grafengeschlecht sandte anno 1787 einen Hilferuf an Benno Scharl, einen Jesuitenlaienbruder, Fachmann für Brauerwesen und anerkannten Ökonomie-Verwalter. Der staunte nicht schlecht über den abgewirtschafteten Gutsbetrieb, das vernachlässigte Schloss und die heruntergekommene Brauerei.

Er krempelte die Arme hoch, und Schluss damit: Die Landwirtschaft wurde auf höchstes Niveau gebracht und das Schloss wieder bewohnbar. Geschichte schrieb Scharl jedoch vor allem mit einem modernen Brauhaus, nach neuestem von ihm entwickeltem Konzept. Eine Revolution im bayerischen Brauwesen, die in seinen posthum veröffentlichten Schriften zum Lehrwerk wurde.

Feinschliff durch

Dorferneuerung

Mit einem Zeitsprung landet der Ort in der Moderne. Ein eigenständiger Ort, mit Kindergarten und Schule, Gemeindehaus und einer rundum vollständigen Infrastruktur. Letztere gibt es zum Teil heute noch, aber mit der Gebietsreform galt es sich neu zu orientieren, wenn manch einer dies auch als Opfer empfindet. Eine eigenständige Gemeindeverwaltung entfiel, und das „Rathaus“ ist heute ein Wohnhaus. Ebenso entschwanden Kindergarten und Schule. Derzeit kriselt es um die Begegnungsstätte Adlerhorst, der einstigen Dorfgaststätte mit Schützenheim. Grünbach meistert derlei Krisen. Die Infrastruktur blieb weitgehend erhalten, mit dem Golfplatz ist man längst überregional bekannt und durch die Schlossbrauerei sowieso.

Dazu ein Gemeinwesen, welches in Ortschaften ähnlicher Größe seinesgleichen sucht. Angefangen vom Trachtenverein, Kulturpreisträger des Landkreises, über den Ortverschönerungsverein, bis hin zu zahlreichen Initiativen, die für eine Dorfgemeinschaft sorgen.

Letzten Schliff erhielt Grünbach durch die Dorferneuerung, eine aufwändige Ortsverschönerung, die nach langen Beratungen und noch längerer Bauzeit Anfang dieses Jahrtausends ihren Abschluss fand. Auch hierbei brachte sich die ganze Ortschaft mit Ideen, Wünschen und Anregungen ein. Das alles mündete in einem gelungenen Konzept, welches für insgesamt 3,5 Millionen Mark umgesetzt wurde. Der große Zusammenhalt ohne Streitigkeiten und nur zum Wohl des Dorfes ist den Grünbachern geblieben, und so kann sich ganz Bockhorn auf ein großes Programm zum 1200-jährigen Bestehen freuen.

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