3000 Tonnen Beton: Neue Bahnunterführung in Markt Schwaben

Markt Schwaben - In Millimeterarbeit wurde am Wochenende die enge Bahnunterführung durch eine neue ersetzt. Die eingesetzte Technik war spektakulär.

Auf Luftkissen in Position gebracht

Feststeckende Lastwagen, deren Höhe von ihren Lenkern unterschätzt worden waren, Beinahe-Zusammenstöße von Rad- und Autofahrern – unter der berüchtigten Eisenbahnunterführung an der Geltinger Straße in Markt Schwaben spielten sich täglich Schreckensszenarien ab. Mit einer modernen, breiteren Brücke wurden diese Gefahren am Wochenende abgestellt. Die Heimatzeitung war dabei, als der gut 3000 Tonnen schwere Beton-Koloss in seine endgültige Position geschoben wurde.

Samstagmorgen, gegen 10 Uhr: Bei strömendem Regen harrten gut zwei Dutzend Schaulustige oberhalb des Jugendzentrums aus, um dabei zu sein, wenn jener 36 Meter lange Brocken aus Beton bewegt wird. „Fünf Mann haben die neue Bahnunterführung aus Fertigbeton gegossen, jetzt sind rund 30 Mann nötig, um sie an ihre endgültige Stelle zu bugsieren“, erklärte Bauleiter Armin Seitz. Das Brückenteil war direkt neben der alten Unterführung in Höhe der Kreuzung zur Bahnhofstraße entstanden.

Schon am Freitag wurde, ebenfalls von vielen Schaulustigen begleitet, die alte Unterführung abgerissen. Franz Hartl aus Anzing, als Maurermeister quasi vom Fach, war beeindruckt: „Das ist eine bauliche Meisterleistung, was hier vollbracht wird, eine alte Unterführung abzureißen und eine ganz neue Konstruktion nachzuschieben.“ Dafür mussten zunächst 60 Zentimeter Boden ausgetauscht werden. „Die reine Verschiebung geschieht über so genannte Verschubbahnen. Auf diesen Stahlschienen, jede neun Meter lang und sechseinhalb Tonnen schwer, wird die neue Konstruktion an die richtige Stelle geschoben, auf den Zentimeter genau“, erklärte Bauleiter Seitz. Exakt 43,231 Meter waren zurückzulegen.

Um das Ungetüm zu bewegen, bedurfte es eines kräftigen Hydraulikstempels, der immerhin 250 Tonnen heben kann. Mit Stickstoff schufen die Arbeiter eine Art Luftkissen, auf dem der Betonkoloss quasi dahinschwebte. Tatsächlich setzte sich am frühen Samstagnachmittag die neue Unterführung langsam in Bewegung. Mit rund 70 Zentimetern pro Minute bewegte sich das riesige Teil ortsauswärts.

Als es seine endgültige Position erreicht hatte, schafften Bagger Erde zum Angleich an das Gleisbett heran. Und dann waren die Gleisbauer dran, um schnellstmöglich das riesige Loch zu schließen, das für drei Tage den Bahnverkehr in Markt Schwaben zum Erliegen gebracht hatte.

Gespannt verfolgten auch die vielen Reisenden in den vorbei fahrenden Omnibussen des Schienenersatzverkehrs die spektakulären Bauarbeiten. Schließlich werden sie froh sein, wenn die Züge wieder planmäßig durch den Ort rollen können. Bis in etwa drei Monaten soll auch der Straßenverkehr ohne Platzprobleme durch die neue Unterführung kommen.

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