Ausgezeichnet: LBV-Kreisvorsitzende Ursula Schmidt-Hoensdorf überreichte Sabine und Georg Bichlmaier in Altenerding die Urkunde mit Plakette als „Schwalbenfreundliches Haus“. In den Ställen ihres Bauernhofs gibt es mehr als 50 Schwalbennester.
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Ausgezeichnet: LBV-Kreisvorsitzende Ursula Schmidt-Hoensdorf überreichte Sabine und Georg Bichlmaier in Altenerding die Urkunde mit Plakette als „Schwalbenfreundliches Haus“. In den Ställen ihres Bauernhofs gibt es mehr als 50 Schwalbennester.

Auszeichnung für Familie Bichlmaier

50 Schwalbennester in den Ställen

Mehr als 50 Schwalbennester gibt es in den Ställen des Landwirtsehepaars Sabine und Georg Bichlmaier. Der LBV hat sie nun mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

Altenerding – Das Landwirtsehepaar Sabine und Georg Bichlmaier ist vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden. LBV-Kreisvorsitzende Ursula Schmidt-Hoensdorf überreichte die Urkunde mit Plakette.

Familie Bichlmaier führt einen der letzten aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in Altenerding. In den Kuhställen sieht man mehr als 50 Schwalbennester. Die ersten Schwalben sind bereits flügge und sitzen oft noch im Stall auf den Leitungen. Die zweite Brut wird auch bald ausfliegen.

Schnabel auf: Hoch oben unter der Decke befinden sich die Nester der Mehlschwalben. Die Jungen werden von den Altvögeln so lange gefüttert, bis sie flügge sind.

Viele der Schwalben sieht man direkt über der am Hof angrenzenden Sempt nach Insekten jagen. „Falls hier der geplante lineare Hochwasserschutz verbaut wird – ob das die Schwalben so weg stecken können?“, sorgt sich Schmidt-Hoensdorf. Georg Bichlmaier betont: „Die Schwalben sind für uns Menschen sehr wertvoll. Ohne sie gäbe es sicher eine Insektenplage“, sagt Bichlmaier.

Jahrhundertelang waren Schwalben selbstverständliche Mitbewohner – nicht nur in Dörfern und auf Bauernhöfen, sondern auch in Städten. Heutzutage finden die Tiere immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten. Auch das Nahrungsangebot wird knapp.

Dass sich die Lebensbedingungen für die nützlichen Sommerboten verschlechtern, hat mehrere Ursachen. „In Städten verschwinden Nester zum Beispiel durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden sie leider auch bewusst beseitigt“, sagt Schmidt-Hoensdorf. Gleichzeitig werde die Landwirtschaft zunehmend intensiviert. „Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr.“

Auch Einfahrten und Dorfplätze würden immer öfter zubetoniert, sodass Schwalben immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau fänden. Zudem gebe es durch Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und Pestizide immer weniger fliegende Insekten. Sie aber sind die Nahrungsgrundlage der Schwalben.

Peter Bauersachs

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