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A94-Ausfahrten heißen Pastetten und Lengdorf

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Raus in Pastetten: So wird die Ausfahrt der A 94 bei Fendsbach beschildert. fotomontage: ar
Raus in Pastetten: So wird die Ausfahrt der A 94 bei Fendsbach beschildert. fotomontage: ar

Landkreis - „Das würde einen Riesenaufstand in der Gemeinde geben, wenn die Ausfahrt Forstern heißen würde“ - Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger kann entspannen. Ein Brief aus Berlin schafft Klarheit: Die Ausfahrt heißt Pastetten. Auch Lengdorf wurde gegenüber Isen bevorzugt.

Zwei Anrainer-Gemeinden der A 94 bekamen am Montag beziehungsweise Dienstag Post aus Berlin. Das war die Antwort auf einen Antrag der Bürgermeisterinnen Cornelia Vogelfänger (Pastetten, CSU) und Gerlinde Siegl (Isen, Bürgerblock/CSU), den sie via Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestellt hatten. Darin schlugen sie vor, dass die betreffenden Ausfahrten jeweils den Namen ihrer Gemeinde tragen sollten. „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung diesem Antrag folgen wird“, heißt es in den Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer, die der Heimatzeitung vorliegen.

„Es bestand ja wohl keine Veranlassung dazu, die Ausfahrt Forstern zu nennen. Seit 30 Jahren heißt der A 94-Abschnitt Forstinning-Pastetten, und die Trasse geht ja auch nur durch unser Gemeindegebiet“, kommentiert Vogelfänger die Entscheidung. Ihre Kommune hat sich schon vorbereitet: „Der Siedlungsdruck steigt immens. Wir bekommen viele Anfragen wegen Gewerbeansiedlungen. Wir haben schon Grund für ein Gewerbegebiet gekauft und schauen, dasss wir noch weitere Flächen dazubekommen.“ Allerdings sieht die Bürgermeisterin „immense Verkehrsprobleme“ auf die Gemeinde zukommen. „Unsere größte Sorge ist die Ortsdurchfahrt Reithofen/Harthofen. Schon jetzt ist der Verkehr dort gigantisch. Der ganze Schwerlastverkehr wälzt sich durch den Ort - für die Anwohner eine Zumutung.“

Enttäuscht davon, dass die Autobahnausfahrt bei Fendsbach nicht Forstern heißen wird, zeigt sich Bürgermeister Georg Els: „Ich glaube, dass die Entscheidung nicht richtig ist. Aber damit kann ich auch leben. Tragisch ist das nicht. Allerdings wäre es angemessener gewesen, die Ausfahrt nach den größeren und den an der Staatsstraße 2331 liegenden Orten zu benennen - Hörlkofen oder eben Forstern. Beide haben seit Jahren dort Gewerbegebiete. Pastetten liegt nicht an der Staatsstraße 2331. Andererseits ist so eine Benennung aber ja auch eine psychologische Geschichte.“

Els, Mitglied der Alten Wählergemeinschaft Forstern (AWG), vermutet sowieso ganz andere Ursachen: „Ich finde es lachhaft, dass eine solche Entscheidung aus politischen Gründen getroffen wird. Wenn ich schon höre, dass sich die politischen Mandatsträger für die Benennung eingesetzt haben: Landrat und Abgeordnete haben sich bestimmt eingesetzt, aber für Pastetten.“ Els’ Fazit: „Es geht doch hier nur darum, welche politische Coleur der jeweilige Bürgermeister hat. Aber diese Mandatsträger sollten daran denken, dass sie auch von Bürgern aus Forstern gewählt werden wollen.“

Lengdorfs Gemeindechefin Gerlinde Sigl ist natürlich zufrieden: „Unsere Bürger haben den Ärger und den Lärm. Wir haben hier das Gewerbegebiet ganz nah dran. Das war doch klar, dass die Ausfahrt Lengdorf heißt.“

Isens Bürgermeister Siegfried Fischer (FW) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hatte vor zwei Wochen gesagt, dass es eine gravierende Sache sei, wenn politische Argumente „sinnvolle Richtlinien“ aushebeln können. Die Autobahndirektion Südbayern hatte nach einer früheren Aussage pro Lengdorf im Sommer 2009 nach Auswertung wichtiger Parameter Isen favorisiert, dann aber im November einen Rückzieher gemacht. Der Landkreis und mehrere Mandatsträger hätten sich für Lengdorf stark gemacht, lautete die Begründung. ml

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