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A94: Schwindkirchen rüstet zum Widerstand

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Dorfen - Für Aufregung in Dorfen sorgte Bayerns Staatsminister Marcel Huber (CSU) bei der Eröffnung des A94-Abschnitts Forstinning-Pastetten.

Die Aussage ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Jeder Bauabschnitt werde nach Fertigstellung sofort für den Verkehr freigeben, hatte der Staatskanzleichef am vergangenen Mittwoch beim Festakt auf der A 94 erklärt. Damit tritt das ein, was man in Dorfen und besonders in Schwindkirchen längst befürchtet.

Der A 94-Abschnitt Pastetten-Dorfen soll also unter Verkehr genommen, auch wenn der Anschlussabschnitt Dorfen-Heldenstein noch im Bau ist. Dass die Teilstücke der Autobahn gleichzeitig fertig sind, wie es Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vergangene Woche bei der Eröffnung versprochen hatte, mag in Dorfen kaum einer glauben, wie vielfach zu hören ist.

Eine isolierte Freigabe der A 94 bei Dorfen würde einen möglicherweise jahrelangen Verkehrssupergau vor allem für den kleinen Ort Schwindkirchen bedeuten. Über 17 000 Fahrzeuge pro Tag sind für den Fall der vorzeitigen Freigabe prognostiziert. Die müssten sich dann durch die schmale Ortsdurchfahrt mit drei engen 90-Grad-Kurven zwängen. „Das wäre das Ende des Dorfes“, befürchten die Bürger in Schwindkirchen.

Dort rüstet man zum Widerstand. Die örtliche Bürgerinitiative gegen die A 94 „ist empört über Hubers Aussage“, sagte Andreas Melzert, einer der BI-Sprecher, auf Nachfrage unserer Zeitung. Eine isolierte Freigabe der A 94 bei Dorfen „lassen wir uns nicht gefallen“. In Schwindkirchen werde es „massiven Widerstand“ geben. Die bessere Lösung wäre allemal der Ausbau der B 12.

Auch Dorfens Stadtrat forderte einstimmig in einer Resolution, dass es keine isolierte Verkehrsfreigabe bei Dorfen geben darf. Was die CSU-Regierung von dieser Forderung hält, hat Staatsminister Huber zwar nun klar beantwortet, doch Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) spielte die Aussage herunter. Das sei wohl „seine Forderung“ und auch nicht in seiner „Zuständigkeit“, sagte Grundner zur Heimatzeitung. Dennoch werde man „sich mit Huber noch unterhalten müssen“.

Der Dorfener Stadtchef habe bei der Eröffnung des Teilstücks Forstinning-Pastetten Minister Ramsauer auf die Problematik bei Dorfen angesprochen. So konkret wie Huber sei Ramsauer nicht geworden. Er habe unverbindlich versprochen, dass man „schauen wird, was machbar ist“.

Die Aussage des Staatskanzleichefs sei „erschütternd“ für Dorfen und Schwindkirchen, sagte auf Nachfrage der Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die A 94, Heiner Müller-Ermann. Das zeige wieder einmal, dass der Staatsregierung „die Situation der Anliegergemeinde Dorfen vollkommen wurscht ist“ und der B 12-Ausbau die bessere Alternative sei. prä

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