Ärger mit dem Wirt: Frohsinn zieht aus

Reichenkirchen - Die Frohsinn-Schützen fühlen sich nicht mehr willkommen im Gasthaus Pfanzelt. Das Verhältnis zum Wirt ist zerrüttet.

Seit der Gründung des Schützenvereins Frohsinn Reichenkirchen vor 81 Jahren war das örtliche Gasthaus Pfanzelt seine Heimat. Doch nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Herbergsvater Hubert Pfanzelt zog der Verein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag den Schlussstrich. Um 21.49 Uhr verkündete Schützenmeister Hermann Klobensteiner im Pfarrheim das Ergebnis der schriftlichen Abstimmung: „Wir schießen ab sofort im Gasthaus Rauch in Grucking.“ 46 der 74 Stimmberechtigten hatten dafür votiert.

Von den 150 Mitgliedern würden durchschnittlich nur 15 an den Stand gehen, berichtete Schriftführerin Michaela Obermaier. Von 62 Schießterminen im Jahr seien 15 auswärts. „Genau da sind wir am Punkt“, sagte der Schützenmeister. Pfanzelt bekomme vor jeder Saison eine Liste mit allen Schießterminen. „Doch immer wieder stehen wir vor verschlossenen Türen“, so Klobensteiner. „Es ist beschämend, wenn wir immer wieder mit unseren Schießgästen vor dem Gasthaus stehen und nicht rein können“, ergänzten die Mannschaftsführer Johannes Schraufstetter und Sepp Dafinger. Manchmal heiße es auch: „Ihr könnt heute nicht schießen, i geh ins Bett.“ Einmal habe Pfanzelt die Türe vor den Frohsinn-Schützen abgesperrt, obwohl Gäste im Wirtshaus gewesen. Auch sei einmal der Stammtisch bewirtet worden, während die Schützen nichts zu essen und zu trinken bekamen. Im Sommer habe der Wirt das Schloss des Schießstands plötzlich ausgewechselt, erzählte Dafinger.

In einem fast zweiseitigen Brief habe der Vorstand im Juni erklärt, dass der Verein notfalls auszieht, erzählte Klobensteiner. Doch darauf habe er nie eine Antwort erhalten. Beim ersten Schießabend der Saison habe der Wirt den Schützen erneut den Zutritt verwehrt. „Das hat uns den Rest gegeben, so der Schützenchef.

„Ihr hättet den Wirt heute persönlich einladen müssen“, sagte Alois Phillipi in der Diskussion. Pfanzelt sei kein Mitglied, widersprach Klobensteiner. Bernd Grabert, ehemaliger Vorsitzender der SG Reichenkirchen, wies darauf hin, dass vor Jahren auch die Fußballer nach Grucking ausgewandert seien. Ex-Schützenmeister Sepp Peis äußerte die Befürchtung, dass der Verein stirbt, „wenn wir woanders hingehen. Er stirbt aber langsam, wenn wir weiter reingehen.“

Mehrere Mitglieder sprachen sich für eine letzte Verhandlung mit Pfanzelt aus, am besten schriftlich. „Wer glaubt, dass der Wirt sich schriftlich einlässt, Hand hoch“, sagte Hubert Schäffler daraufhin, keiner im Pfarrheim reagierte. In geheimer Abstimmung konnten die Mitglieder zwischen einem nochmaligen Brief an Pfanzelt oder einen Wechsel nach Grucking entscheiden. Die Mehrheit war für den Umzug. Schon am kommenden Wochenende wird mit dem Ausräumen des Schützenstandes begonnen.

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