Äzte-Protest: Patientenwohl in Gefahr

Erding - Die Innere Medizin arbeitet am Limit. 14 Ärzte lehnen in einem Schreiben an die Geschäftsführung jede Verantwortung für Behandlungsfehler ab.

14 Mediziner im Kreiskrankenhaus Erding haben mit einem Brief an die Geschäftsführung gegen die dünne Personaldecke in der Inneren Medizin protestiert. Die Ärzte könnten ihre Arbeit „nicht in der vorhergesehenen Zeit und mit der notwendigen ärztlichen Sorgfalt erledigen“, heißt es in dem Papier, das unserer Zeitung vorliegt. Das Krankenhaus habe sofort reagiert, erklärte Vorstandsmitglied Dr. Ingo Hüttner auf Nachfrage: „Wir haben zahlreiche Maßnahmen ergriffen und können den Versorgungsauftrag erfüllen.“

Die Unterzeichner ziehen einen drastischen Schluss: „Wir können keine Verantwortung für möglicherweise auftretende ärztliche Behandlungsfehler oder Fehlleistungen übernehmen.“ Hüttner gibt zu, dass die Innere Medizin derzeit besonders belastet ist: „Die Belegung liegt deutlich über dem Jahresmittel.“ Das liege vor allem an vielen Infekterkrankungen. Gleichzeitig seien viele Mitarbeiter erkrankt. Das Schreiben datiert vom Sonntag, 25. Januar. Daher wertet es Hüttner als „Ausdruck einer Belastung mit ungeplanten sonntäglichen Notfällen“. Gleich am Montag habe man reagiert.

Der Redaktion liegt auch ein Februar-Dienstplan für die Innere vor. Darin sind pro Arzt teilweise mehrere hundert Überstunden ausgewiesen. Diese Angaben müssten nicht der Realität entsprechen, kommentierte Hüttner. Die Aufstellung sei der Computer-Ausdruck einer neuen Dienstplan-Software, die derzeit erprobt werde. Die darin eingegebenen Daten seien teilweise nicht korrekt.

(ta)

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