Geschichtenerzähler: Kabarettist Alfred Mittermeier liest in seinem Video Rechtsradikalen die Leviten.

Video zum Rechtsradikalismus

Alfred Mittermeier und der kleine Nazi

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Dorfen – Braungebrannt: Da denkt man an Urlaub, Meer und Sonne. Für den Dorfener Alfred Mittermeier hat das Wort auch eine andere Bedeutung. Ein Synonym für Rechtsradikalismus.

„Braungebrannt“ heißt Mittermeiers Video, das der 51-jährige soeben auf dem Videokanal YouTube veröffentlicht hat. Mittermeier liest darin, in einem schweren Sessel sitzend, Neonazis die Leviten. Dabei bleibt der Kabarettist seiner Linie treu: Er dämonisiert nicht, er macht sich lustig. 

Im speziellen Fall über Wotan, den „kleinen Nazi“. Wotan wohnt noch bei seiner Mama. Und die ist stolz auf ihren Sohn, weil er ein echter Germane ist. Über Wotans Bett hängt eine Hakenkreuz-Fahne. Den Verstand hat Wotan nie verloren, ätzt Mittermeier, so einen habe der kleine Nazi noch nie gehabt. 

Mittermeier zeichnet das Bild eines für ihn typischen Rechtsradikalen: „Offline ist er eine totale Null, aber online findet er sich mächtig und cool.“ In sozialen Netzwerken im Internet zeige Wotan seinen geistigen Schaden „durch virtuelles Verbreiten von Hasstiraden“. Doch tief im Inneren seien Leute wie Wotan Menschen „voller Angst und Schiss“. „Er empfängt keine Fremden in seinem Revier, das einzige was er empfängt, ist Hartz IV.“ 

Dem kleinen Nazi gibt Mittermeier den Rat: „Frag doch mal nach Asyl im Islamischen Staat. Bei denen gibt’s auch keinen, der richtig tickt. In Punkto Menschlichkeit seit ihr ähnlich gestrickt.“ Zum Schluss des Videos steht Mittermeier auf und verlässt das Zimmer. Die Deutsche Nationalhyme ist zu hören. Und im Vorbeigehen sieht man Wotan, gespielt von Wolfgang Duda, schlafend in seinem Bett liegen. Mittermeier dreht noch mal um und äußert eine Bitte: „Nimm Beate Zschäpe mit, NDP und NSU, Deckel drauf, und dann ist Ruh’.“ 

Mittermeier hat diesen und andere Texte für „Zugespitzt“, den satirischen Monatsrückblick im Bayerischen Rundfunk geschrieben. Der „kleine Nazi“ wurde jedoch als einziges nicht gesendet. Seither liest der Dorfener den Text als Zugabe bei seinen Bühnenauftritten. Da die Resonanz des Publikums „extrem gut“ sei, wie sich Mittermeier freut, sei ihm die Idee gekommen, ein Video darüber zu drehen. 

"Braungebrannt“ ist übrigens eine rein Dorfener Produktion. Gedreht hat das Video der junge Filmemacher Fabian Wildgrube, assistiert von Tobias Voglhuber. Für Licht und Ton sorgte Leif Brönnle. Das Mittermeier-Video ist über diesenLink abrufbar. 

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