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Bald räumen wird Barbara Schock den Chefsessel einer der größten Grundschulen im Kreis Erding.

Carl-Orff-Grundschule

Sie brachte die Musik nach Altenerding

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Altenerding – Nach 24 Jahren in der Schulleitung verlässt Barbara Schock Ende Juli die Carl-Orff-Grundschule in Altenerding. Die Rektorin hat eine der größten Grundschulen im Landkreis nachhaltig geprägt.

Um es vorweg zu nehmen: Barbara Schock will keinen großen, feierlichen Abschied mit schwermütigen Reden. Der letzte Schultag am 29. Juli wird auch ihr letzter sein, ihr allerletzter. Dann geht die Rektorin in Pension.

Diesen Schritt wollte sie eigentlich schon vor einem halben Jahr machen. Doch weil sich kein Nachfolger fand und sie die Schulfamilie mit 403 Kindern in 18 Klassen und 33 Lehrern nicht im Stich lassen wollte, hängte sie noch ein paar Monate dran.

Dass sie die Carl-Orff-Grundschule inhaltlich geprägt hat wie kaum andere, liegt an ihrer Familie. Ihr Vater war am Mozarteum. In Salzburg ging Barbara Schock eine Zeit zur Schule und legte 1970 das Abitur ab. Ihr Studium zur Grundschullehrerin absolvierte sie zwar in München, in Salzburg besuchte sie aber das Orff-Institut. Damit war sie prädestiniert, Jahre später an der Grundschule Altenerding nicht nur den – seltenen – musischen Zweig, sondern auch den Komponisten Orff als Namenspaten einzuführen. Das gibt es in der Region kein zweites Mal.

Schock erinnert sich an „paradiesische Zustände“, als es von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe eine Stunde Musik zusätzlich gab. Heute kommen noch die Klassen eins und zwei in diesen Genuss. Doch die Musik prägt eine der größten Grundschulen im Landkreis noch viel mehr – nicht zuletzt dank zweier ebenso rühriger wie professioneller Mitstreiter: Kirchenmusiker Robert Grüner und Martin Hirsch, Dirigent der Stadtkapelle. Mit sichtbarer Freude listet Schock fünf Arbeitsgemeinschaften auf, in denen musiziert, gespielt und getanzt wird. Ihr ganzer Stolz ist freilich das Blasorchester, das es im dritten Jahr gibt. Dem will Schock auch im Ruhestand verbunden bleiben und weiter mit den Kindern proben.

Ansonsten sieht sie mit gemischten Gefühlen dem Monatsende entgegen. Sie sei gerne Lehrerin gewesen: „Es gibt so viele nette, aufmerksame und dankbare Kinder.“ Andererseits macht sie auch keinen Hehl daraus, dass ihr EDV, Verwaltung und Bürokratie gerade in den letzten Monaten mitunter Verdruss bereitet hätten.

Schock ist keine, die sagt, früher sei alles besser gewesen. Aber ihr fällt auf, „dass die Kinder immer weniger Geduld haben, dass es ihnen schwerer fällt, sich einfach mal ruhig zu verhalten“. Das wundert sie nicht: „Im digitalen Zeitalter geht es uns doch allen so.“ Ihre Laufbahn als Lehrerin begann 1973 in der Dorfschule in Inning mit über 40 Kindern in einer Klasse. 1976 wechselte sie nach Klettham. In Altenerding war Schock ab 1992 zwölf Jahre Konrektorin und genauso lange Leiterin.

Schock wird in kein Loch fallen. Soeben absolviert sie eine Ausbildung zur meditativen Tanzleiterin. Am Wochenende ist Prüfung. Danach will sie ehrenamtlich Kurse anbieten, wie sie es bereits heute in der evangelischen Kirche tut. Daheim in Klettham, wo Schock seit vielen Jahren wohnt, wartet ihr Mann auf sie. Das Paar hat zwei erwachsne Kinder. Für ihre beiden Enkel hat sie nun endlich mehr Zeit.

Schocks Nachfolgerin steht bereits fest: Neue Rektorin wird Christine Triska-Kowol.

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