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Very British: Bei Heidi Schoch gibt es Tee und Shortbread. Morgen fliegt sie zur Hochzeit nach England.

England-Fan aus Altenerding

Royale Hochzeit: Heidi Schoch fiebert mit

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Heidi Schoch kann nicht ohne Großbritannien. Jedes Jahr fliegt sie mehrmals dorthin. Sogar zur Hochzeit von Meghan und Harry wird sie dort sein – allerdings auf einer anderen Hochzeit.

Altenerding – Heidi Schoch (63) serviert schwarzen Tee mit Milch und Shortbread, am Ofen hängt ein Topflappen mit der britischen Fahne. Sie wohnt seit etwa 20 Jahren in Altenerding – und liebt Großbritannien. Sogar zur königlichen Hochzeit von Meghan und Harry wird sie dort sein, morgen früh steigt sie in den Flieger Richtung Insel. Allerdings wird sie auf einer anderen Hochzeit, nahe Manchester, tanzen: Nämlich auf der von Matthew und Emily, der Bräutigam ist ihr Großneffe. „Ein bisschen schade ist es schon, dass wir die Royal Wedding nicht live anschauen können.“ Aber: „Wir werden die Wiederholung am nächsten Tag anschauen.“

Normalerweise verfolgt sie alle Höhe- und Tiefpunkte im Hause Windsor: „Wir sind vorm Fernseher gesessen, als Diana gestorben ist, aber natürlich auch als William und Kate geheiratet haben.“ Diesmal gehe es nicht, denn: Ihr Großneffe heiratet um 14 Uhr, der Gottesdienst für Harry und Meghan beginnt um 13 Uhr: „Aber da kann man nichts machen.“ Ihr Großneffe habe seinen Hochzeitstermin schon vor über einem halben Jahr verkündet, von der Royal Wedding war damals noch gar keine Rede.

Ärgerlich, dass die Hochzeiten zusammenfallen. Denn Schoch ist begeistert von der Königsfamilie: „Sie zeigen doch, dass sie die gleichen Probleme haben wie Lieschen Müller.“ Früher hingegen galt bei den Royals: „Keep a stiff upper lip“ („Die Ohren steif halten“), wie sie mit britischem Akzent sagt. Heute sei die Königsfamilie moderner.

Heidi Schoch trägt eine gegelte Kurzhaarfrisur, Perlenohrringe, sie ist schon viel in der Welt rumgekommen. Derzeit betreibt sie ein Weingeschäft in der Münchener Straße, ursprünglich stammt sie aus Frankfurt. Die Liebe zu Großbritannien hat sie seit Kindheitstagen: Schon als Zweijährige ist sie mit ihrer Mutter nach Middlewich bei Manchester gereist, um ihre Tante zu besuchen: „Sie ist nach dem Krieg ausgewandert, weil es hier ja nichts gab.“ Immer wieder flog Heidi Schoch ins Vereinigte Königreich, um dort Verwandte zu besuchen und sog die Sprache als junges Mädchen auf: „Englisch ist wie meine erste Muttersprache.“ Deshalb wurde sie Dolmetscherin für Englisch und Französisch.

Auch in der Liebe ist Heidi Schoch englisch geblieben. Ihr Ehemann Wally F. Schoch ist in Kanada und Kalifornien aufgewachsen. Kennengelernt haben sich die beiden in Frankfurt, in den 80er Jahren wanderten sie nach London aus. Dort lebten sie fünf Jahre lang, danach zogen sie für acht Jahre nach Paris, waren eineinhalb Jahre in Brüssel und zogen dann nach Altenerding. Ein Leben in ganz Europa, aber die Liebe zu England ist am stärksten: „Wir fliegen immer noch mindestens zwei- bis dreimal im Jahr nach Großbritannien, um unsere besten Freunde in London zu besuchen oder zu Messen nach London oder Birmingham.“

Denn seit etwa drei Jahren betreibt ihr Ehemann den Laden „Pomeroy und Winterbottom“ in der Brienner Straße in München. Dort verkauft er, wie könnte es anders sein, englische Spezialitäten wie Earl Grey Tee, Cider oder Shortbread. Auch die erwachsenen Kinder der Schochs sind England-Fans: Sohn Alex arbeitet in London, ihre 28-jährige Tochter lebt gerade in Kanada, will aber auch nach London. Fiona (26) spricht zuhause in Altenerding Englisch mit ihrer Mutter. Sie schaut die Royal Wedding am Samstag im Fernsehen, sie muss am Wochenende arbeiten.

Heidi Schoch wird zur gleichen Zeit auf der Familienhochzeit feiern. Nur eine Frage bleibt: „Ich muss noch schauen, wo ich einen Fascinator herbekomme.“ Ein Hut dürfe schließlich auf keiner englischen Hochzeit fehlen – egal, ob königlich oder bürgerlich.

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