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Eine S-Bahn hat in Altenerding ein Räumfahrzeug gerammt und ist dabei entgleist.

Bahn kracht in Räumfahrzeug

Entgleiste S-Bahn: So teuer wird es für die Deutsche Bahn

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In Altenerding entgleiste am Donnerstag in den frühen Morgenstunden eine S-Bahn: Sie kollidierte mit einem in den Gleisen verkeilten Schnee-Räumfahrzeug. Hier gibts alle Details.

Altenerding – Schweres Zugunglück am frühen Donnerstagmorgen in Altenerding: Eine S-Bahn erfasste kurz vor 6 Uhr einen Schneeräumer der Stadt Erding, der sich im Gleis festgefahren hatte. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Sachschaden beträgt grob geschätzt 120.000 Euro. 

S-Bahn kracht in Räumfahrzeug: Bahnübergang bleibt eine Woche gesperrt

Die ersten Züge verkehrten wieder ab dem späten Nachmittag. Der erheblich beschädigte Übergang wird nach Einschätzung der Bahn aber rund eine Woche gesperrt bleiben müssen. Der 60-Jährige Bedienstete des Städtischen Bauhofs Erding fuhr nach Ermittlungen der Polizei mit seinem Traktor mit Räumschild und Streuguttrichter auf der Bahnhofstraße.

Das Schild geriet in die Gleise, der Bulldog blieb stecken. Wenig später schlossen sich die Schranken. Der Fahrer aus dem Landkreis Erding konnte sich nicht nur rechtzeitig in Sicherheit bringen. Er rannte der nahenden S-Bahn in Fahrtrichtung Erding noch entgegen. Doch der 21 Jahre alte Lokführer aus München konnte seinen Zug nicht mehr zum Stehen bringen. Er erfasste den Schneepflug und schob in 20 Meter in den Altenerdinger Bahnhof. Dort verkeilte sich der Bulldog unter dem Führerstand. Dabei entgleiste das vordere Drehgestell. 

S-Bahn entgleist: Die 15 Fahrgäste blieben unverletzt

Im Zug befanden sich 15 Fahrgäste, die von der Feuerwehr Altenerding rasch über Rettungsplattformen an den Türen befreit werden konnten. Es wurde niemand verletzt. Zeitgleich wurde ein Schienenersatzverkehr mit Taxen von und nach Markt Schwaben eingerichtet. Dann begann die aufwändige Bergung. Die Feuerwehr Altenerding hob den ersten Triebwagen mit Hydraulik-Stützen und Keilen an. Der Traktor wurde dann mit Hilfe des Radladers der Erdinger Feuerwehr geborgen und auf einen Tieflader gesetzt. 

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Gegen 10 Uhr traf der Bergezug Netz-Notfalltechnik der Deutschen Bahn vom Münchner Hauptbahnhof ein. Die Mitarbeiter hoben zunächst den Zug an, legten dann Ersatzschienen, auf denen die S-Bahn wieder aufs Gleis kam. Diese Arbeiten waren gegen 13 Uhr abgeschlossen. Danach rollte sie aus eigener Kraft ins Werk nach München-Steinhausen. Dort werden die Techniker jede Menge Arbeit mit ihm haben. 

Räumfahrzeug hat Totalschaden: Insgesamt 120.000 Euro Schaden

DB-Notfallmanager Werner Bögl sagte unserer Zeitung, dass ein Drehgestell, die Kupplung, die Frontschürze sowie zahlreiche elektrische und Schlauchleitungen zerstört worden seien. Auch den Bahnübergang und Teile des Bahnhofs hat es laut Bögl schwer erwischt. Am Übergang selbst wurde nicht nur der Hartgummi-Belag herausgerissen. „Das gilt auch für etliche Kabel und Leitungen für die Signale sowie Schranken und Warnlichter.“ 

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Am Bahnsteig verbog ein Geländer. Der Notfallmanager schätzt den Schaden „auf grob 120.000 Euro“. Das Winterdienstfahrzeug hat Totalschaden. Etwa eine Woche muss der Übergang gesperrt bleiben. Das Ordnungsamt richtete eine Umleitung ein. 

An der gleichen Stelle hatte sich im Juli 2009 schon einmal ein schwerer Unfall ereignet. Ein 18-Jähriger war unter den Schranken durchgelaufen. Er wurde von einer S-Bahn erfasst, die ihm ein Bein abtrennte.

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